„Hunde, die bellen“ – Nichts Halbes, nichts Ganzes, 9 Monate Blogger

Hey bookish People,

irgendwie habe ich mir die Woche anders vorgestellt. Also zumindest nicht mit Bettruhe und Magentropfen… Da ich gerade aber einen klaren Kopf habe, den Beitrag schon vorbereitet habe und die Idee dazu schon einige Monate in meinem Kopf herumschwirrt, kommt er jetzt online.

Klar, könnte ich ein Resumee ebenso zum 1. Bloggerburtstag umsetzen, aber so finde ich es irgendwie cooler. Außerdem machen 3 Monate wahrscheinlich kein riesen Unterschied mehr, oder?

Also, am 7. Februar 2018 ging die 1. Rezension („Wintersong“ von S. Jae Jones) auf „Buchpfote“ online und mir brennt es unter den Fingernägeln zu erzählen, was sich seitdem verändert hat, was ich erlebt habe und wie es sich jetzt anfühlt zu Bloggen, welche Themen mich bewegen und wie ich die Bloggerblase so erlebe.

Wünsche/Ziele vs. Realität

Würde ich jetzt anfangen zu fantasieren, kämen solche lustigen Sätze zustande: Oh ja, klar hab ich mit dem Buchblog ein erfolgreiches Start Up eröffnet und kurz darauf meinem Job als Kundenberaterin an den Nagel gehangen, um dafür 8 h täglich in fantastische Welten zu reisen. Manchmal auch 10 h, dafür stellte ich extra eine Putzfrau ein…

Spaß beiseite. Mein Ziel war und ist es nicht, mich damit selbstständig zu machen. Das wäre Humbug. Es unterstreicht meine Leseleidenschaft und bringt mich unter Gleichgesinnte, mit denen ich mich rege austauschen kann. Dementsprechend habe ich tolle Bekanntschaften gemacht, Freundschaften geschlossen und möchte das auch gar nicht mehr missen, was ich anfangs nicht gedacht hätte.

Die andere Seite ist trotzdem der gefühlte Nebenjob, den man mit dem regelmäßigen Blogbeiträgen und Social Media – Pflege eingeht. Versteht mich nicht falsch, ich sitze gern auf meiner Couch, das liebste Hündchen schlafend neben mir und tippe wild auf dem Notebook oder Handy rum, aber eins ist klar: Es ist Arbeit, die Zeit benötigt. Und natürlich Spaß macht. Ich wusste, worauf ich mich einlasse und inzwischen plane ich tatsächlich wochenweise, was auf dem Blog erscheint, wann ich was grob zusammenschreiben sollte, wie ich was auf Social Media verteile und so weiter. Vor ein paar Monaten ist das noch sehr, ähm, ja, spontan gelaufen. Dem Bullet Journal sei Dank ist das Geschichte. Ab und an verschätze ich mich trotzdem mit der Zeit. Dann dauert das Schreiben eines Blogbeitrages eben länger als 90 Minuten. So wie jetzt. Ja, das weiß ich jetzt schon.

Ich würde lügen, wenn ich sage, dass es manchmal nicht ein wenig zu viel ist. Ich drücke mich auch gern mal um eine Rezension, weil das erneute Auseinandersetzen mit dem Buch doch schon Nerven kostet und vollste Aufmerksamkeit braucht. Blogtouren fühlen sich dahingehend freier und damit einfacher an. In diesem Zusammenhang habe ich übrigens gelernt, wie wichtig genaue Absprachen unter den Teilnehmern sind, egal wie viel Zeit drauf geht. Ansonsten macht man sich nur noch mehr Stress.

Veränderungen

Neben der wöchentlichen Blogplanung habe ich das ein oder andere verändert und ich lasse die Designveränderungen Dank DSGVO mal außen vor.

Meine Rezensionen bekommen seit einiger Zeit Überschriften in Form kleiner „Appetizer“, quasi als Vorgeschmack auf das Buch. Allerdings arbeite ich noch an der Überlänge der Rezis, obwohl ich bereits jetzt schon oft am Kürzen bin. Ich meine, keiner mag einen weiteren Roman zu einem Roman lesen. So langsam versuche ich mich auch an anderen Arten der Buchbesprechung, wie bei „Peter Pan“ oder „Über den wilden Fluss“. Mal sehen, was sich daraus noch entwickelt. Die klassische Besprechung wird nicht verschwinden, aber auch andere Wege führen schließlich nach Rom, nicht wahr?

Weiterhin bin ich meinen Neuzugangsposts treu geblieben. Manche finden so etwas überflüssig. Ich mag es aber meine Neuen vorzustellen und so eine Übersicht über meinem SUB zu haben. Ja, es ist mehr für mich als für andere, aber hey, es ist ja auch mein Blog. Ebenso bleibt die Montagsfrage von „Lauter und Leiser“. Mir gefällt es, wöchentlich buchige Fragen zu beantworten und mich darüber auszutauschen. Im Sommer richtete ich mit „Hunde, die bellen“ eine Kolumnensparte ein, die sich zwar nur langsam füllt, jedoch losgelöst von Blogaktionen und Rezensionen locker vom Hocker, nicht unbedingt buchige Beiträge beinhaltet. Sprich, die Sparte bleibt. Genau wie die Anderen.

Community/Buchbloggerblase/Außenwelt

Mein Einstieg in die Bloggerblase ist leicht gewesen. Wer jemanden kennt, der jemanden kennt oder einfach, die beste Freundin bloggt schon seit Jahren. Nimm noch die LBM dazu, die 4 Wochen nach Start des Blogs öffnete und zack „Welcome im Buchbloguniversum“. Schnell lernte ich vor allem die leipziger Bloggerinnen kennen, die ich nach wie vor abseits von Messen & Co. treffe. Anmerkung am Rande: Mädels, ihr seid super! Ich mag euch. Nicht zu vergessen die Bekanntschaften von Litcamp und FBM.

So unterschiedlich wie Geschmäcker und Persönlichkeiten nur sein können, man trifft sie alle in der Bloggerblase. Facettenreicher kann es kaum zu gehen, außer in einem Punkt: Es ist schon ne Frauendomäne. Die männlichen Buchblogger kann man fast an einer Hand abzählen. Sorry Jungs.

Eine weitere Feststellung ist, dass es Stars am Bloggerhimmel gibt, die ich auf Anhieb erkenne, auch wenn sie mich kleinen Stern nicht unbedingt erkennen. Zumindest bis man sich im real Life wahrhaftig begegnet. Ich muss zugeben, mir fällt es nach wie vor schwer einfach auf die Leute zuzugehen. Ich war noch nie der große Anquatscher und brauche eine kurze Zeit um warm zu werden. Tja, und so geht es mir mit dem ein oder anderen Blogger. Gerade auf Veranstaltungen, wie der Buchmesse, hat man nicht mal die Zeit um mit allen zu quatschen. Noch dazu hat wirklich jeder seine Crew/Clique/Truppe am Start. Nach mehreren Monaten in der Blase weiß ich tatsächlich GROB, wer mit wem befreundet ist und auf welcher Veranstaltung wahrscheinlich anzutreffen ist. Man ist halt mittendrin.

Doch Hand aufs Herz, ist immer alles wie bei einem Glücksbärchiverein? Gute Frage, Nächste! Ich hatte bisher mit niemanden aus dieser riesen Community eine Auseinandersetzung, ABER mir kann keiner erzählen, dass es unter Umständen keine Spannungen gibt. Im Normalfall hat es nichts mit einem Buch zu tun, sondern es sind immer persönliche Dinge, die zu so etwas führen. Das kann überall vorkommen, genauso, dass es feste Freundeskreise gibt und es schwer ist, sich einen Platz darin zu ergattern.

Und die Außenwelt so? Außerhalb der Bloggerblase wurde mein neues „Hobby“ äußerst positiv aufgenommen. Die Arbeitskollegen finden es irre und stellen Fragen oder stöbern, geanauso wie ein Teil meiner Familie. Manche folgen mir sogar auf Instagram und Facebook. Das fetzt schon und manchmal stolziere ich mit erhobener Hühnerbrust durch die Gegend, zumindest ein bisschen. Die Kehrseite lässt trotz allem nicht auf sich warten. Meist in der Form, dass nicht verstanden wird, wie man so viel Zeit für so etwas opfern kann, schließlich gibt es „wichtigere“ Dinge im Leben. Tja, was soll ich dazu sagen? Im Endeffekt soll jeder sein Leben so gestalten, wie es ihm gefällt.

Leseverhalten/Kooperationen/Rezensionsexemplare

Ich lese, wenn es gut läuft, jeden Tag. Mindestens 20 bis 50 Seiten. Ist nicht viel, aber immerhin etwas und meistens sind es eh mehr. Lese ich mehr Bücher seit ich blogge? Ich glaube nicht so viel mehr. Lass es im Monat mal 4 Bücher sein, die ich auslese. Für einen Otto-Normal-Verbraucher ist das viel. Für einen Buchblogger eigentlich lachhaft, aber mir reicht das. Mein Alltag besteht schließlich nicht nur aus Lesen und Bloggen (ja, wer hätte das gedacht).

Das Ding mit den Verlagen ist für mich noch Neuland. Ich habe mich zu Beginn beim Bloggerportal angemeldet. Was soll ich sagen? Es war bisher nicht von Erfolg gekrönt. Gründe gibt es sicherlich genügend, aber ein wenig frustrierend ist es dennoch. Deswegen sage ich mir „I wait for it“ und probiere es irgendwann mal wieder. Noch dazu hielt ich mich bis Anfang August von Rezi-Exemplaren, zum größten Teil, fern. Ab und an eine Selfpublisheranfrage, jedoch nicht von einem Verlag direkt, das war ok. Es hat gedauert bis ich mich traute, mit einem Verlag in Kontakt zu treten. Aktuell ist es so, dass ich teilweise durch die FBM, teilweise durch Eigeninitiative mit 2-3 Verlagen zusammenarbeiten kann. Das freut mich riesig und ist im Moment mehr als ausreichend. Noch dazu erfülle ich bei einigen Verlagen die Voraussetzungen nicht, um als Blogger aufgenommen zu werden. Demnach kommt Zeit, kommt Rat, und der SUB ist eh groß genug.

Ergebnis?

Mit 4 Pfoten voran. Das Lesen und der dazugehörige Austausch macht mir nach wie vor einen heiden Spaß, das Bloggen zeigt eine andere Seite von mir, ich habe in den 9 Monaten unglaublich viel gelernt, erlebt und Menschen kennengelernt, die ich so nie kennengelernt hätte. Ich steh also auf das Teilzeit-Bloggerlife.

Liebe Grüße Tina (& Diego)

Teilt ihr ein paar meiner Erfahrungen? Wie viel lest ihre denn so täglich? Habt ihr Tipps für mich?

9 thoughts on “„Hunde, die bellen“ – Nichts Halbes, nichts Ganzes, 9 Monate Blogger”

  1. Hallo Tina,

    herzlichen Glückwunsch zu neun Monaten „Buchpfote“! Bei mir ist es lustigerweise genau andersrum mit dem Planen: Am Anfang alles fast minutiös geplant, mittlerweile nur noch grob – wenn überhaupt. Und dass du mit Verlagen zusammenarbeitest, ist doch toll. Und wie überall im Leben gilt auch beim Bloggen: Weniger ist mehr! Ich für meinen Teil möchte 2019 auf Rezensionsexemplare so gut es „geht“ verzichten. Die Anerkennung ist zwar schön, doch das bedeutet auch Arbeit, ist anstrengend und man „liest“ einfach anders, finde ich. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude mit deinem Blog.
    Alles Liebe, René

    1. Hey René,

      Lieben Dank für deine Worte.
      Jeder findet so seinen Stil zu planen oder auch nicht. Freiheit ist hier das Stichwort, ebenso wie bei den Rezi-Exemplaren. Ich gebe dir recht, man liest anders, aber ich hoffe, dass es zukünftig so bleibt und ich nur das lese, was mich interessiert.auch bei Rezensionsexemplaren.

      Liebe Grüße Tina

  2. Liebe Tina, herzlichen Glückwunsch! Vieles was Du beschreibst, sehe ich ähnlich wie Du. Mit den Retensionsexemplaren finde ich schon nett, allerdings muss man aufpassen sich nicht zu verzetteln. Ich habe den Anspruch, due Bücher dann auch zeutnah zu besprechen und das kann schon stressic werden neben Vollzeitjob, Kindern und Haushalt. Liebe Grüsse Isabel

    1. Liebe Isabell,

      dankeschön.
      Den Tip werd ich mir zu Herzen nehmen und mich mit Anfragen zu Rezi-Exemplaren im Zaun zu halten.
      Es muss im Alltag schaffbar sein.

      Liebe Grüße
      Tina

  3. Hallo Tina,
    einen tollen Beitrag hast du da geschrieben. 🙂
    Ich versuche momentan meine Rezensionsexemplare etwas zu verringern, um mich mehr dem SuB zu widmen. Hatte bei mir etwas überhand genommen. Und ich möchte diese Bücher dann natürlich auch zeitnah lesen und besprechen.
    Ich wüsste auch nicht was ich ohne mein Bullet Journal machen sollte, denn ich bin sowieso jemand der alles vorausplant und so auch meinen Blog und Beiträge bzw. Rezensionen. Eine zeitlang habe ich alles rezensiert, aber das wird mir momentan etwas zu viel und ich werde einen neuen Beitrag einführen, wo ich mehrere Bücher, die ich gelesen habe nur ganz kurz vorstelle. Damit fühle ich mich besser. 🙂
    Liebe Grüße und nochmal Herzlichen Glückwunsch!
    Diana von lese-welle.de

    1. Liebste Diana,

      vielen Dank.
      Ich bin gespannt, wie sich das bei mir entwickelt zum Thema SUB vs. Rezi-Exemplare.
      Ich werde mich bemühen, dass es ausgeglichen bleibt.
      Du rezensierst also auch nicht alle gelesenen Bücher. Das habe ich jetzt schon öfter gehört, da mein Pensum nicht so hoch ist, lohnt es sich bei mir wiederum alles zu rezensieren, auch da wird die Zeit zeigen wie sich das entwickelt 🙂

      Danke für deinen Einblick.

      Liebe Grüße
      Tina

      1. Ich bemühe mich schon alle Bücher zu rezensieren, weil mir das auch meist sehr viel Spaß macht, allerdings möchte ich nicht nur Rezensionen auf meinem Blog veröffentlichen. Das finde ich selber immer etwas fade, wenn ich Blogs entdecke auf denen das der Fall ist. Deshalb versuche ich eine gute Mischung hinzubekommen. 😀
        Dir viel Erfolg beim ausgleichen, der Rezi-Exemplare und deines SuBs. 😉
        Liebste Grüße

  4. Liebe Tina,
    jetzt komme ich auch mal zum Lesen. Also erstmal danke für den tollen Beitrag! 🙂
    Deine Einstellung kann ich nur zu 100% unterschreiben. Ich habe auch nicht mit dem Vorhaben angefangen, mich selbstständig zu machen oder so. Das Bloggen ist nicht meine 1. Priorität im Leben, ich habe von Technik keine Ahnung und mir ging es wirklich nur um den Austausch. Wobei ich auch dachte, dass zumindest die ersten sechs Monate noch niemand meine Gedanken und Rezensionen lesen würde. Aber schön, wenn Vorstellungen umgebaut werden 🙂

    Das mit der Zeit kenne ich auch. „Ich schreibe mal eben den Blog Beitrag…“ *2 Stunden später* Tja. Aber man wusste ja auch vorher, worauf man sich da einlässt und es macht Spaß, das ist das wichtigste.

    Wenn ich Rezensionen zu lange aufschiebe, dann will/kann ich sie gar nicht mehr schreiben und momentan bin ich dazu übergegangen, nicht zu allen gelesenen Büchern eine Rezension zu schreiben. Das macht es auch „entspannter“ irgendwie. manchmal hat man vielleicht auch gar nicht wirklich was zum Buch zu sagen. 🙂

    Ich finde es toll, dass du dich auch in Struktur und Länge ausprobierst und übst, dazu ist der Blog auch da 🙂

    haha, der Satz zu den Neuzugängen (bei mir ist es so mit Neuerscheinungen) könnte 1:1 von mir stammen. So viele interessiert das vielleicht nicht, aber ich finde es toll, einen Überblick zu haben.

    Es sollte viel mehr männliche Buchblogger geben, echt jetzt. Finde das auch eher schade, dass die so rar sind. :/

    Hach, ich kann mich in deinen Worten so gut wiederfinden! 🙂 Die Cliquen oder „Stars am Bloggerhimmel“ erinnert mich ein bisschen an Schule damals.

    Also herzlichen Glückwunsch für 6 Monate Buchpfote und auf viele weitere Monate!

    Ganz liebe Grüße,
    Yvonne 🙂

    1. Liebste Yvonne,

      danke, es freut mich, dass meine Meinungen und Erfahrungen ins Schwarze treffen.
      Ich versuche Rezensionen nicht zu lang aufzuschieben, aber manchmal passiert es eben.
      Wie aktuell zum Beispiel: Seit 1 Woche möchte ich zu einer Dilogie mal etwas verfassen, heute ist Sonntag… Ich mache mich aber nachher mal dran und bin gespannt wie lange ich brauche bis ich halbwegs zufrieden bin 😉

      Mehr männliche Buchblogger wären toll. Nur ist hier das Klischee wahrscheinlich erfüllt, dass Mädels ihre Nasen lieber in Bücher stecken als Jungs. Vielleicht kommt das ja noch mit einem Generationswechsel anders, wer weiß. Ebenso mit den Bloggersternchen, auch hier entwickelt sich ständig etwas Neues.

      Liebe Grüße
      Tina

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