„Die maskierte Stadt“ von Genevieve Cogman – Ein verzaubertes Venedig, aber keine Bibliothek für Irene

Meine Hübschen,

wie geht es euch? Nachdem das Wetter die letzten Tage nicht mehr ganz so heftig war, fühle ich mich erholter und der Herbst kann von mir aus kommen. Ich habe allerhand buchige Themen im Bullet Journal stehen und das freut mich. Wie heute zum Beispiel, die Rezension zum 2. Band um die Bücherjägerin Irene, viel Spaß damit.

Irenes Charakter rettet den 2. Band der Reihe

Allgemein:

Nach dem Erfolg von „Die unsichtbare Bibliothek“ erschien im August 2016 der 2. Band „Die maskierte Stadt“ im Bastei Lübbe-Verlag. Die britische Autorin Genevieve Cogman setzt erneut auf die Bibliothekarin und Bücherjägerin Irene in der Hauptrolle. Nachdem diese nun schon einige Monate als ortsansässige Bibliothekarin in „einem“ viktorianischen London lebt, besteht ihre aktuelle Aufgabe nicht darin, ein Buch zu finden. Sondern Kai! Denn Irenes Lehrling wurde entführt. Die Spur führt, völlig unvorbereitet, in ein chaotisches Venedig…

Mein Bild:

Ich war begeistert von der „unsichtbaren Bibliothek“. Natürlich habe ich daher den 2. Band erworben. Das Design des Covers wurde fortgeführt. Diesmal schmückt es die Karte der Stadt Venedig, Bücher und eine Karnevalsmaske. Alles ist dezent in blau gehalten. Es wirkt geheimnisvoll.Ich war erstaunt als ich das Buch aufschlug: Vorab gibt es Fachliteratur für Studenten der unsichtbaren Bibliothek. Dem Leser soll das wohl ein bisschen Hintergrundwissen vermitteln. Ich fand es etwas trocken, Schulbuchcharakter eben. Aber nach wenigen Seiten ging es dann doch los. Miss Cogman erzählt nicht nur aus Irenes Perspektive, nein, es gibt auch ein paar „Intermezzos“ und zum Anfang einen „Prolog“ von Kai! Überraschung gelungen.

Die Autorin erspart mir auch einen Rückblick und legt sofort los. Mit einer detaillierten Beschreibung jeder Situation, jeder Person und jeder Umgebung zaubert sie Bilder in meinen Kopf – ich bin mitten im Geschehen. Man merkt, das vorab, zum Beispiel zur Stadt Venedig, recherchiert wurde. Dazu noch die unglaubliche Wortgewandtheit und Umgangsformen, die sich in den vielen Dialogen der Charaktere bemerkbar machten. Das macht die Cogman aus.

Leider hat das über die Geschichte nicht ganz hinaus geholfen. Denn es war oft langatmig. Zunächst vergingen locker 200 Seiten bis Irene überhaupt in Venedig war. Es drehte sich nur um Kais Spur und seine Rettung aus einem, für mich, sehr theatralischen Venedig. Die Nebendarsteller sind größtenteils Elfen. Miss Cogman gab diesen vor allem den Drang zur Dramatik. Ganz ehrlich, das nervte dann doch. Fantasy hin oder her, ich mochte am 1. Band, dass die Autorin einen guten Weg zwischen Realität, Literatur, Geschichte und Fiktion gefunden hatte. Die Literatur fiel komplett weg, das Thema Bibliothek kam nicht wirklich vor. Fiktion und magische Fähigkeiten überwogen. Mir entzog sich die Logik mancher Situation, auch wenn diese dem Elfenzaubers zuzuschreiben war. Vielleicht fehlte der Autorin die ein oder andere Idee? Schade. Altbewährte Nebendarsteller wie Vale hätten mehr aushelfen können.

Für mich rettete Irene das Buch! Clever und bedacht in den gefährlichsten Situationen, das kann nur sie. Anders als im vorherigen Band: Unsere Heldin ist komplett unvorbereitet in ihr Abenteuer gestartet. Was für eine Neuigkeit! Irene überrumpelt und emotional handelnd. Für sich, für Kai, nicht für die unsichtbare Bibliothek. Natürlich kommt ihr Sarkasmus zur Geltung und auch so mancher Zweifel, aber das macht die Junior-Bibliothekarin menschlicher denn je. Natürlich überwindet Irene mit der (magischen) „Sprache“ einige Gefahren. Das wollte ich auch lesen. Naja, nur nicht so oft. Manchmal habe ich gehofft, dass sie es auch mal „ohne“ schafft. Also mit Körper und Geist allein. Ich könnte schwören, dass hätte unsere Hauptprotagonistin drauf gehabt…Auch hier fehlte es wohl erneut an Ideen.

Gegenüber unserer Heldin standen sadistisch und sich kompliziert gebende Antagonisten. Natürlich soll man die Bösen nicht mögen, aber sie sollen faszinieren! Hier waren es einfach Stereotypen, mehr nicht.

Ob man es glaubt oder nicht, zum Ende hin, geht es dann rasanter zu! Die Dinge überschlagen sich nicht gleich, aber es zieht sich nicht mehr. Es folgen so richtige Überraschungsmomente! Vielleicht liegt es auch daran, dass Elfen keine große Rolle mehr spielen, wer weiß. Ein weiterer Pluspunkt, es gibt keinen großen Cliffhanger! Die Geschichte wird abgeschlossen. Dennoch wurde nicht vergessen, einen kleinen Anreiz zu geben. Schließlich gibt es noch einen aktuellen 3. Band.

Fazit:

„Die maskierte Stadt“ lebt mehr von ihrer Hauptprotagonistin und den liebevoll umschriebenen Details als von der Geschichte selbst. Das Buch könnte auch ohne Vorkenntnisse zum 1. Band gelesen werden und bildet eine in sich geschlossene Geschichte.

3 von 5 Pfoten

Wie macht ihr das eigentlich? Wenn von einer Reihe gesprochen wird, aber man die Bücher unabhängig davon lesen kann. Lest ihr so wie ihr wollt oder fangt ihr von vorn an?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

Rezension zum 1. Band „Die unsichtbare Bibliothek“ hier

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2 thoughts on “„Die maskierte Stadt“ von Genevieve Cogman – Ein verzaubertes Venedig, aber keine Bibliothek für Irene”

  1. Hallihallo 🙂

    Bei mir steht die Reihe noch auf der Wunschliste. Aber da stehen sooooo unfassbar viele Bücher, dass ich mindestens 5 Leben bräuchte, um sie wirklich alle zu lesen. Da die Geschichte bei dir nicht ganz so gut abgeschnitten hat und sich das mit anderen Rezensionen deckt, die mir bisher begegnet sind, lasse ich die Bücher allerdings erst einmal ein paar Plätze auf der Warteliste nach unten rutschen.

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Facebook)

    1. Hey Lisa,

      schön, dass du vorbei schaust.
      Auch wenn der 2. Band mich nicht umgehauen hat, ist die Reihe etwas anderes. Ich werde sie daher weiter lesen.

      Liebe Grüße
      Tina

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