„Die unsichtbare Bibliothek“ von Genevieve Cogman – Ein weiblicher Indiana Jones auf Bücherjagd inklusive Steam Punk und magischen Momenten

Liebste Buchmenschen,

ich hoffe, ihr haltet euch weiterhin im Schatten auf und esst das ein oder andere Eis. Ich sitze die meiste Zeit auf Arbeit und dort ist es teilweise zu gut klimatisiert. Aber ich will mich nicht beschweren, an sich bin ich froh darüber. Nachdem ich letztens in der Rezension zu „Bücherstadt“ ein anderes bibliothekarisches Werk angesprochen habe, stelle ich die dazugehörige Rezension, auf Wunsch, gerne noch online.

Wie der Beruf der Bibltiothekarin zur abenteuerlichen Bücherjägerin umgemünzt wurde

Allgemein:

„Die unsichtbare Bibliothek“ ist das erste Werk der britischen Autorin Genevieve Cogman. Es stellt den Anfang einer Bücherreihe dar und erschien 2015 im Bastei Lübbe – Verlag.  In dem mehr als 400 Seiten starken Fantasy-Roman dreht es sich um die Bibliothekarin Irene, die der unsichtbaren Bibliothek dient. Ihre Aufgabe besteht darin, für die Bibliothek wichtige Bücher aus verschiedenen Parallelwelten zu beschaffen.  Natürlich ist es nicht so, dass sie in eine Welt hinein spaziert und die Bücher mit nimmt. Nein! Sie wandert durch Zeiten, Kulturen, verschiedenen Realitäten, macht Bekanntschaften mit magischen Wesen und Personen, die Romanhelden mehr als nur ähneln.  Nur ist diese Mission anders als alle Bisherigen…

Mein Bild:

Ich persönlich habe mir das Buch (vorerst) aus rein optischen Gründen gekauft. Das Cover sieht super aus: Rot glänzende Schrift, ein paar Schnirkel mit Tintenfass und Feder, dazu eine Stadtkarte in Sepia mit einer auf einem Buch stehenden Bibliothek…
Einzig und allein die Seitenzahl war abschreckend. Aber hey, es ist ein Fantasy-Roman, das sollte doch flüssig zu lesen sein. So war es auch. Die Mischung zwischen Realität und Fiktion ist sehr gut gelungen. Sicherlich auch, da die Autorin Steampunk-Elemente genutzt und das ein oder andere Fabelwesen eine Rollle gespielt hat.

Das Abenteuer begann schon ab Seite 1, keine Vorgeschichte. Der Leser wird sofort in Irenes Geschichte gestürzt. Super! So kommt keine Langeweile auf.  Die Autorin hat es dazu auf einzigartige Weise geschafft, nebenbei Hintergründe zu erläutern. Sei es in den Gedankengängen der Hauptfiguren, Dialogen oder fett gedruckten Schlüsselwörtern.

Die Charaktere werden auch nach und nach beschrieben, so dass man nicht mit Informationen zu den Persönlichkeiten überflutet wird und das ein oder andere Geheimnis erst im Laufe der Geschichte offenbart wird. Ein Spannungsbogen, der sich durch das ganze Buch zieht, so dass man dieses nicht mehr weg legen möchte.

Was mich fasziniert hat, waren die vorkommenden Fremdwörter im Buch. Normalerweise ist es so, dass man teilweise nicht mehr versteht, worum es in dem Moment geht. Hier hat es den Inhalt nicht entstellt, da es nur vereinzelt vorkam. Außerdem hat es meine Neugier geweckt, so dass ich Redewendungen wie „Ockhams Rasiermesser“ oder Wörter wie „Altruismus“ gegooglet habe. Sich weiter zu bilden schadet bekanntlich nie.

Einzig und allein das Finale, quasi der letzte Kampf, hat mich enttäuscht. Hier hat die Autorin ihrer Kreativität, meiner Meinung nach, zu viel freien Lauf gelassen. Die Szene war fast bizar und schwer vorstellbar. Zuviel auf einmal. Manchmal reicht es auch einfach, den Bösewicht einfach nur dingfest zu machen. Dennoch, der Abschluss des Buches lässt hoffen… (und ich vermeide weiter Beinahe-Spoiler)

Mein Fazit:

Das Buch ist nicht nur etwas für Fantasy-Fans. Sondern auch für diejenigen, die in Büchern einen Schuss Realität mit dem gewissen Etwas haben wollen. Das Buch ist spannend und hält jede Menge Unvorhergesehenes bereit. Also allemal wert, die über 400 Seiten zu lesen.

4 von 5 Pfoten

Wer hat die Reihe verfolgt und Irenes Reise durch verschiedene Welten? Was haltet ihr von Zeitreisen und Steam Punk? Liebt ihr Bücher über Büchernarren?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

Die Rezension zum 2. Band „Die maskierte Stadt“ findest du hier.

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