Back to Panem – Re-Read & Re-Watch „Tödliche Spiele“

Hallo liebste Buchgemeinde,

nun wissen wir seit über 1 Jahr, dass Suzanne Collins mit Panem nicht abgeschlossen hat und es sind nur noch wenige Wochen bis zum 19. Mai, dem Erscheinungsdatum von „Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange“. Ich gebe offen zu, dass ich beim Untertitel an GoT denken muss… Das Lief von Eis und Feuer… Aber das gehört nicht gar nicht hier her, sorry.

Es wurde jedenfalls gefühlt ewig spekuliert, welchen Inhalt die Geschichte einnehmen wird. Die kurzen Fakten reichten nicht aus, um die Buchgemeinde bzw. die eingefleischten Fans zu beruhigen. Tja, jetzt wissen wir, dass es um die 10. Hungerspiele und vor allem Snow als Mentor bei den Hungerspielen geht. Ich bin sowas von gespannt. Schließlich ist der Protagonist später der Präsident Panems und kein Sympathieträger. Zudem befinden wir uns beim Lesen dieses Mal außerhalb der Arena. Zumindest gehe ich davon aus, denn der Leseprobe habe ich mich bisher entzogen. Ich möchte mich überraschen lassen.

Jetzt fragt ihr euch sicherlich, warum ich so viel Vorgeplänkel anbringe? Ehrlich gesagt weiß ich noch gar nicht, wie dieser Beitrag schlussendlich aussehen wird, aber irgendwo wollte ich beginnen. Eins weiß ich gewiss, ich werde bezüglich der Filme und Bücher heftig spoilern!

Mit #wirsindpanem zurück zu Katniss, Peeta und dem Spotttölpel

Vor ca. 1 Jahr gab es eine Aktion, initiiert von Leipziger Bloggerinnen, bei der wir den 1. Band noch einmal gelesen haben und schlussendlich sogar eine spielerische Aktion im Hugendubel veranstalteten. Alles unter dem #wirsindpanem.

Ich verlinke euch zum Re-Read gern die Beiträge, vielleicht hat ja jemand Lust, die Aufgaben selbst noch einmal zu lösen:

Blogaktion #WirsindPanem – Read Together Woche 1: In welchem Distrikt würdest du leben und weshalb?

Blogaktion #WirsindPanem – Read Together Woche 2 – Sei einmal Spielmacher und denk dir eine Arena aus, wie würde sie aussehen?

Blogaktion #WirsindPanem – Read Together Woche 3 – Würdest du in den Spielen kämpfen oder hast du Glück und wirst nicht gezogen?

Blogaktion #WirsindPanem – Read Together Woche 4 – Dein liebstes Zitat aus dem Buch?

Jedenfalls verführte mich diese Aktion dazu erneut komplett in der Reihe zu versinken und weil ich nicht genug bekommen konnte, wollte ich die Filme natürlich ebenfalls schauen. In diesem Zuge zog ich einen Vergleich. Was ähnelt sich? Was ist identisch? Was wurde im Film weggelassen? Was kommt anders rüber? An viele Dinge konnte ich mich einfach nicht mehr erinnern. Also setzte ich mich mit Buch, sowie Notiz-App, hin und schaute die Filme. Ihr könnt euch denken, dass das langwierig ist. Dementsprechend zog sich die Umsetzung bis jetzt hin. Aber meinen Spaß hatte ich trotzdem dabei und heute gibt es Beitrag I zu Band bzw. Film I:

„Tödliche Spiele“ oder wie ich mit Jennifer Lawrence warm werden musste

Ich weiß nicht, wie es euch erging, aber damals war ich ziemlich enttäuscht, dass Katniss Everdeen im Film so anders aussah als in meinen Vorstellungen. Nehmt es mir nicht krumm, wenn ich sage, dass sie gesünder und vor allem weicher wirkte, auch in ihren Äußerungen, in ihrer Emotionalität. Im Buch schrie mir zu Beginn förmlich eine Härte entgegen, die klar machte, wie es ist das Familienoberhaupt zu sein, die Familie vor dem Verhungern zu retten, den Vater zu ersetzen und sich in jeglicher Form durchzusetzen.

Der Einstieg im Film weicht zudem stark vom Buch ab. Es wird eine Erklärung zu den Hungerspielen über ein TV-Interview mit dem Spielleiter Cinica geliefert. Im Buch existiert so etwas nicht. Wie erfahren hier einiges über den Alltag in Distrikt 12, genauer gesagt über dem Saum, in dem Katniss lebt. Katniss ist dabei die einzige Person, die wir je begleiten werden. Ihre harte, nüchterne Denkweise brachte mich als Leserin nicht dazu sie zu mögen. Beim Film empfinde ich das anders. Dafür liebe ich ihre kleine Schwester Prim über beide Medien hinweg.

Ja, woher hat Katniss denn ihre Spottölpelbrosche?

Ha! Nicht vom Hob, also nicht von dem etwas illegalen Markt, auf dem Kartniss ihre Jagderfolge verkauft. Nein, nein, nein! So ist es nur im Film. Im Buch kommt ein Nebencharakter ins Spiel, der es in keinen der Filme geschafft hat: Die Bürgermeistertochter Marge. Katniss war mit ihr befreundet, soweit man bei Katniss sagen kann, dass sie Freunde hatte (bis auf Gale). Marge schenkte ihr die Brosche und sie verabschiedete sich sogar von Katniss, bevor diese ins Capitol fuhr.

Kleiner Fanfact am Rande: Im Buch wird die geografische Lage des Capitols in den Rocky Mountains und der von Distrikt 12 in den Appalachen beschrieben.

Die Vorbereitung auf die Spiele – Hier steckt der Teufel im Detail

Ich muss sagen, dass mir hier richtig aufgefallen ist, wie schön Perspektivenwechsel sein können. Im Film bekommt man einfach noch andere Blickwinkel, Gedankengänge, ja ganze Leben mit. Im Buch haben wir lediglich Katniss. Natürlich kommt dadurch keine Langeweile auf, dafür hat sich die Autorin viel Faszinierendes und gleichzeitig auch Abschreckendes einfallen lassen, dass als geschriebenes Wort weitaus mehr in mir erreichte als eine 10 sekündige Filmfrequenz.

Cinna scheidet bei beiden Medien hingegen sehr gut ab. Lenny Kravitz Leute, Lenny Kravitz. Ich oute mich als Fan des Musikers. Ich mochte ihn schon in meiner Jugend und werde das wahrscheinlich bis zu meinem Lebensende tun. Ihn in der Rolle des Stylisten zu besetzen war die beste Entscheidung ever. Mein Unverständnis zielt nur auf das Fehlen einer Szene im Film ab, die ich entweder komplett übersehen habe oder es sie wirklich nicht gibt. „Ich habe um Distrikt 12 gebeten“ (S. 75. Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele) ist der Satz, der Katniss überzeugt ihrem Stylisten zu vertrauen. Gänsehaut! Im Film existiert zwar eine schöne Kennenlernsituation, aber für mich ist es nicht annähernd so gut.

Innerhalb der Vorbereitung empfand ich die Inhalte des Buches als intensiver bzw. ausführlicher. Katniss, die zum ersten Mal Fahrstuhl fährt und fragt, ob sie das wiederholen darf. Die Geschichte der geflohenen Avoxe wird im Buch viel eher aufgerollt. Die Beziehung zwischen Peeta und Katniss entwickelt sich im Buch schon früher zu etwas Tieferem, das nachdenklich stimmt. Ich frage mich auch, warum Katniss im Film, bei der Präsentation ihrer Talente vor den Spielmachern, vor Peeta ran kommt. Im Buch ist es genau anders herum. Vielleicht hat jemand von euch eine Erklärung für mich?

Ceasar Flickerman spielt eine wesentliche Rolle im Buch wie im Film und ist zudem eine der schillerndsten Figuren, die mir je untergekommen ist. Die schauspielerische Besetzung durch Stanley Tucci passt dabei wie die Faust aufs Auge. Der Aspekt, dass er augenscheinlich versucht, den jungen Tributen unter die Arme zu greifen, wurde im Film übernommen. Sein Charakter entzieht sich somit anteilig dem Marionettenspiel des Capitols. Menschlichkeit im Zentrum Panems, eine Seltenheit.

Fan Fact: Es gibt einen Streit zwischen Katniss und Peeta auf dem Dach des Trainingscenters. Die Szene wurde im Film ohne Streit in ein Zimmer mit Sicht durch ein Fenster geändert. Ganz aus dem Film gestrichen wurde hingegen die Veranschaulichung der Einzeltrainings.

Die Spiele – Im Buch viel härter als der Film

Die Arena, das Füllhorn, die Tribute sind filmisch sehr nah am Buch. Das ist so und darüber möchte ich nicht streiten. Doch die Gänsehaut, die Angst, das Zittern vor dem Kanonenschlag oder überhaupt das Warten auf den Beginn der Spiele schleicht sich von Seite zu Seite viel heftiger in mein Herz.

Möglich, dass es an Suzanne Collins genaue Auslegung von Schmerz und Brutalität liegt. Die Filme sind durchweg FSK 12. Hätte man es genauso wie im Buch umgesetzt… Ja, dann passt die Klassifizierung nicht mehr, die Zielgruppe wäre geschrumpft usw…

Der Wespenangriff ist ein gutes Beispiel. Die Wörter verrieten mir die äußeren Details der Opfer. Unappetitlich, definitiv. Doch der im Film veränderte Showdown nervt mich am meisten. Wir erinnern uns an die Hunde, der Kampf am Füllhorn, Cato, der noch bezwungen werden muss. Es sind allerdings nicht irgendwelche Hunde, sondern genetische Mutationen der Tribute – im Buch, nicht im Film. Fell- und Augenfarbe, ebenso wie menschliche Charakterzüge, für Katniss und Peeta ein Alptraum. Stellt euch vor, ihr müsstet jemanden ein weiteres Mal umbringen, den ihr nie umbringen wolltet, bis euch jemand dazu zwingt. Grausig! Furchtbar! Emotional aufwühlend – im Buch.

Gefühle spielen bei Rue, der kleinen Tributin aus Distrikt 11, genauso eine Rolle. Ich gebe zu, dass haben die Filmemacher mit viel Fingerspitzengefühl richtig gemacht. Die Tränen kommen sowohl beim Buch als auch beim Film. Katniss erreicht in der Arena eine Zugänglichkeit, die mir zu Beginn des Buches gefehlt hat, nun mit dem Film übereinkommt. Ähnlich wie bei Peetas Pflege in der Höhle. Ich sage klar, dass die Seiten gefühlt endlos waren, solange habe ich daran gelesen. Die Szenen anzuschauen erschien mir viel leichter.

Fanfact: Katniss wurde in beiden Medien am Bein verwundet. Im Buch an der Wade, im Film am Oberschenkel.

Da fehlt doch etwas, oder?

Die Tage nach der Arena erreichen den Film nur schemenhaft. Die letzten Seiten im Buch zeigen die Folgen schon sehr gut. Peeta besitzt eine Prothese, es fehlt der Zwischenstopp des Zuges während sie zurückfahren und der Interviewmarathon ist markanter.

Schlussendlich behaupte ich, dass der Gedanke, dass kein Mensch zum Spielzeug werden sollte und der Funke der Rebellion getroffen wurde. Es gibt viel mehr, dass ich zu „Tödliche Spiele“ auseinander nehmen könnte, ja. Doch dann werde ich hier nie zu einem Ende kommen. Nächste Woche gehts weiter mit Teil II, vielleicht auch schon Teil III. Lassen wir uns überraschen.

Was fällt euch zu diesem Beitrag ein? Etwas, dass ihr mit Film und Buch in Verbindung bringt? Was hat euch immer bei einem oder allen beiden gestört? Habt ihr Lieblingsszenen? Erzähltes mir.

Liebe Grüße Tina (& Diego)

Hier gehts zum 2. Beitrag „Gefährliche Liebe“

Hier gehts zum 3. Beitrag „Flammender Zorn“

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4 thoughts on “Back to Panem – Re-Read & Re-Watch „Tödliche Spiele“”

  1. Liebste Tina,

    wie immer ein schöner Beitrag! Und ich lieeeebe die Tribute von Panem! Leider bin ich aber noch etwas unsicher, ob ich Die Tribute von Panem X lesen werde…
    Ich stimme dir bei den meisten Punkten zu. Ich habe mir Katniss ebenfalls vom Äußerlichen „weicher“ vorgestellt und ich fand sie in den Filmen sehr viel sympathischer.
    Auch die Brutalität ist ein guter Punkt, den du ansprichst. In den Büchern war das nochmal ein ganz anderes Level, als in den Filmen!
    Hast du einen Lieblingsteil?

    Alles Liebe,
    Emmi

    1. Liebe Emmi,

      deine Worte sind, wie so oft, Balsam für meine Seele, danke dir.

      Versuch es doch mal mit der Leseprobe, Oetinger hat das 1. kapitel bereits online gestellt. Danach kannst du imemr noch entscheiden, ob hot or not.

      Ich glaube wirklich, dass die Filme so gemacht wurden, dass die Zielgruppe von LeserInnen auch ins Kino konnten. Das ist auch halb so wild. Die Filme sind gut, aber man kennt die Wahrheit erst, wenn man die Bücher gelesen hat.

      Mein Lieblingsteil?! Ooohhh, das ist ne verdammt gute Frage. Warte, da muss ich kurz auf meinen Bauch hören. Vom Film und vom Buch her, der 2., weil ich es mag, dass verschiedene Gewinnergenerationen aufeinander treffen und die Rebellion vom Funken in eine Flamme übergeht. Und deiner?

      Liebe Grüße
      Tina

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