„Eine Handvoll Glück“ von Massimo Vacchetta & Antonella Tomaselli – Die berührende Geschichte einer bedingungslosen Liebe zu einem kleinen stacheligen Wesen

Hallo meine Süßen,

über die Hälfte der Woche ist rum, ich habe nun endlich frei und grinse daher wie der Grinch, vielleicht nur etwas freundlicher. Mit etwas Glück kann ich die Tage sogar stressfrei genießen und mit Motivation ein wenig für den Blog vorarbeiten. Mal sehen.

Ich habe euch ja noch einen Geschenketipp versprochen, quasi ein Last-Minute-special-bookish-Tipp, denn ich denke, dass dieses Buch im Handel schnell zu finden ist. Es wurde mir selbst empfohlen und nachdem ich eine Rezension dazu gelesen habe, wollte ich es selbst im Shelf stehen haben. Letztendlich bekam ich das gute Stück zum Geburtstag. Lest selbst, was ich davon halte…

Lebe bewusst und verwirkliche deine Träume – Eine Message, die nie an Bedeutung verliert

Allgemein:

„Eine Handvoll Glück“ erzählt die autobiografische Geschichte des Tierarztes Massimo Vacchetta ab dem Moment als Ninna in sein Leben trat. Ninna ist nicht irgendwer, Ninna ist ein Igel und stellt Massimos Alltag völlig auf den Kopf. Doch nicht nur das, Massimo bekommt durch dieses kleine Lebewesen ein völlig neues Bewusstsein zum Leben und eine Veränderung nimmt ihren Lauf.

Das Buch wurde von der Journalistin Antonella Tomaselli in Zusammenarbeit von Massimo Vacchetta geschrieben und erschien in Deutschland erstmals 2018 beim Penguin-Verlag.

Mein Bild:

Dieses zuckersüße 188-seitige Taschenbuch ist zunächst einmal ein zauberhafter Hingucker. Wem bei diesem Bild nicht ein „ooah“ entfleucht, dann weiß ich auch nicht. Aber das Bild des kleinen Igels, der in zwei menschlichen Händen so viel Platz hat und dich mit seinem niedlichen Blick sofort in den Bann zieht, sagt dir auch, dass diese Tiere zu schützen sind!

Das i-Tüpfelchen oben drauf: Es ist eine wahre Geschichte, nichts daran ist ausgedacht und ich bin mir sicher, es gibt kaum etwas Vergleichbares (zumindest mit Igeln). Ich fand es ziemlich verblüffend, dass es aus der Ich-Perspektive des italienischen Tierarztes, und damit auch des Protagonisten selbst, Massimo Vacchetta erzählt wird. Schließlich hat die Journalistin Antonella Tomaselli das Buch verfasst. Ich kenne mich mit Autobiografien allerdings zu wenig aus, um diesen Umstand als ungewöhnlich zu betrachten. Zudem wird im Nachwort erwähnt, dass die Beiden in ausführlichen Kontakt miteinander standen. Antonella hat es meines Erachtens geschafft, Massimos Gefühle und Gedanken im richtigen Maß niederzuschreiben, denn sie haben mich definitiv erreicht.

Zu Beginn des Buches lernte ich einen überarbeiteten und eitlen Tierarzt kennen. Massimo ist Veterinär aus Leidenschaft. Obwohl es sich doch schon so las als hätte er Veterinärmedizin nur studiert, weil ihm das „mit den Tieren halt lag“. Es erfüllte ihn nicht, in ihm existierte eine Leere, die nichts füllen konnte, egal nach was er zu streben versuchte. Puuh, was für ein Ausgangspunkt, dachte ich mir. Ich wusste nicht so recht, ob ich mit ihm warm werden würde. Bis er die Pflege eines 25g schweren Igelbabies übernahm. Dieser Moment erwärmte nicht nur Massimos Herz, sondern auch meins. Massimo wurde zur „Ersatzmutter“ und entwickelte eine bedingungslose Liebe für dieses kleine Tier, das er liebevoll „Ninna“ nannte. Ich kann als „Hundemutti“ so gut nachempfinden, wie neu und anstrengend diese Zeit gewesen sein muss. Es ist ein förmlicher Drahtseilakt, den Massimo detailliert und mitfühlend schildert. Seine Prioritäten änderten sich in kürzester Zeit genauso wie seine Lebenseinstellung. Ich habe großen Respekt vor seinem Durchhaltevermögen und Ehrgeiz der Igelin zu helfen groß und stark zu werden.

Ich erfuhr nun einiges über die Aufzucht, Pflege und das Leben der kleinen stacheligen Säugetiere. Nichts davon war trocken, sondern hautnah beschrieben. Ich wurde daran erinnert, dass so niedlich Igel auch sind, es sind immer noch Wildtiere. Ein Aspekt, der hier nicht unter ging! Ansonsten wäre ich wohl in einem niedlichen Teufelskreis gelandet.

Dementsprechend musste sich Massimo mit dem Thema Auswilderung auseinander setzen, ein wirklicher Spannungsbogen in diesem Buch. Vor allem, weil Massimo aufgrund seiner Gefühle nicht wirklich objektiv handelte. Wer würde sein „Baby“ schon weggehen sehen wollen? Wie soll das Leben danach aussehen? Es war ein auf und ab, ich fieberte mit, lernte den Mann hinter den Tierarzt und sogar dessen Familie besser kennen. Verwandte, die ihn prägten wie niemand anderes auf dieser Welt. Ihr seht, es verbirgt sich also noch eine wunderbar italienische Familiengeschichte dahinter. Ich mochte das harmonische Zusammenspiel mit Menschen und Tieren. Beide besaßen den gleichen Wert.

Kein Wunder, denn Ninna zeigt dem Leser, was es heißt einen ganz besonderen Mitbewohner zu haben. Spielerisch und in Erinnerungen schwelgend wurden mir alltägliche Erlebnisse der kleinen „Lakritznase“ näher gebracht. Absolut schnuckelig, wie sie ihre Eigenarten entwickelt und Herzen höher schlagen lässt. Zu meiner Überraschung bleibt Ninna nicht der einzige Igel in Massimos Obhut. Unter anderen begleitete ich die Fütterung von Ninno mit dem sanften Blick oder die medizinische Versorgung des behinderten Salvo. Es sollten nicht die letzten Notfälle sein, die Massimo versorgte. Er fand darin eine Lebensaufgabe und führte das im Buch fast schon romantisch aus. Vielleicht typisch italienisch?

Ich war tief berührt, traurig, habe gelächelt und geseufzt über die Einsatzbereitschaft, den Igeln zu helfen. Es wurde alles dafür getan, die kleinen Stacheltiere wieder auf ein normales Leben in Freiheit vorzubereiten. Die Unterstützung von Verwandten, Igelspezialisten, Familien und Kindern, deren Schicksale mit Massimo und den Igeln verbunden waren, wurden abwechslungsreich und teils sogar überraschend geschildert. Wirklich toll.

Wem das nicht reicht, kann sich im Mittelteil des Buches gern die Fotografien der Igel anschauen. Vom winzig kleinen Igel, der kaum Überlebenschancen hat bis hin zum entstellten Igel, der nicht mehr in Freiheit entlassen werden kann. Jeder von ihnen hat Liebe und Fürsorge verdient. Zum Abschluss sei nur noch mein Lieblingszitat aus dem Buch genannt: „Jedes Lebewesen hat seinen Wert und seinen Platz im Universum. “ (Seite 117).

Fazit:

Einzigartig, kurzweilig, gefühlvoll und Mut machend! Für Tierfreunde, Leser, die außergewöhnliche Biografien lieben und Menschen, die „Eine Handvoll Glück“ gebrauchen können.

5 von 5 Pfoten

Wie steht ihr zu Menschen, die sich für Tiere stark machen, die sich selbst nicht schützen können. Kennt ihr andere Geschichten von Tierrettern, die euch berührt haben?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

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