Blick ins Buch – „Hope“ und „Care“ von Helena Hunting – Das eine weniger gut als erhofft, das andere yeah

Moin liebste Buchgemeinde,

36 Grad und es geht noch heißer. Hitzewarnung in der Wetter-App, ein voll ausgestattetes Tiefkühlfach und die Hoffnung, dass das Wetter schnell wieder abkühlt. Leo und ich haben die Tage im gleichen Trott verbracht. Ich mit einer gut gefüllten Spätschicht, Leo auf der Suche nach kühlen Flächen.

Lesetechnisch läuft es gut. Ich hab so meinen 3er Monatsschnitt und kam jetzt sogar in der #6in12byBuchpote – Reihenchallenge vorwärts. Denn nach bestimmt 3 oder 4 Jahren habe ich die „Mills Brothers“ – Reihe von Helena Hunting geschafft.

Diese sehr lockere, erotische, humorvolle und ja klischeebehaftete Reihe um reiche, heiße Männer, die nicht nur Sex, sondern auch Liebe finden, fand ich im Großen und Ganzen sehr gut lesbar. Ich flog durch jedes Buch und empfehle es für eine Lesezeit, in der man nicht viel nachdenken möchte und etwas Leichtes braucht, dass einen noch zum Lachen bringt. Allerdings gefielen mir alle 5 Bände unterschiedlich gut. Im übrigen handelt es sich nicht um 5 Brüder, nein, es sind nur 3 und 2 dazwischen gemogelte mal mehr, mal weniger entfernte Verwandte. Heute gibts meine kurze Meinung zum 4. und 5. Band. Die anderen Bände Verlinke ich euch hier: „Stay„, „Keep„, „Hold„.

„Hope“ – Jung trifft alt als Aufmacher, really?

Ich hab mich so auf die Story des ältesten Mills Brother gefreut. Helena Hunting besaß natürlich den Kniff, wie so oft in New Adult – /Romance – Reihen, Anspielungen zu Griffin bereits in den Vorgängerbänden einzubringen. Ich dachte echt, dass es sich um eine reifere Liebesgeschichte mit einer guten Portion Sex handelt. Ich meine, Griffin ist Erbe eines gigantischen Hotelimperiums, er ist Anfang 30, erfahren und clever. Dass die Einleitung des Klappentextes „Gegensätze ziehen sich an“ sich auf einen Altersunterschied einschießt, überraschte mich negativ. Denn Griffins Gegenpart heißt Cosy, ist 22 Jahre alt, Studentin und arbeitet in einem Sexshop, weil irgendwie muss die Miete ja bezahlt werden. Getreu dem Motto „Je höher die Absätze umso höher die Umsätze“ versucht sie den ganzen Sexismus in ihrem Job zu ignorieren. Das nervte mich wirklich. Catcalling, Stalking, knappe Klamotten…Klar, gab es lustige Momente, gerade als Griffin in dem Shop auftaucht und sich beraten lässt. Meine Lachmuskeln bekamen ordentlich was zu tun, nur das machte die Jobsituation nicht besser. Aus Cosy (ja, sie heißt wirklich so) wurde ich nicht schlau. Mit ihr treffen die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften und Erfahrungen zusammen, die sich für mich widersprechen. Sie reist unglaublich gern, ist klug und weiß, was sie will, dann ist sie wieder total naiv und dramatisch. Meine Lieblingsprotagonistin war sie bis zum Schluss nicht, obwohl ich einen Twist reizend fand, weil es zeigt, dass man Menschen nicht auf Anhieb so einschätzt, wie sie wirklich sind. Die Ansätze der Pärchenbildung und das gegenseitige Kennenlernen gefielen mir wiederum ganz gut. Ich finde nur, dass man sich gegenseitig Neues zeigt, hätte viel mehr an Bedeutung gewinnen sollen, statt sich am Alter oder an einen Deal festzunageln. Helena Hunting kann schreiben und es wird auch nie langweilig. Ich mag auch die Gedankengänge bei Kleinigkeiten, beispielsweise wer wen zuerst anruft oder wie jeder etwas einschätzt, aber diese Überdramatik an Wendungen und neuen Handlungssträngen erinnerte mich an eine verdammte Seifenoper. Klar, wollte ich wissen, wie es ausgeht, die Neugier siegte, die Auflösung passte. Trotzdem, bekommt „Hope“ Platz 5 von 5.

„Care“ – Lincoln und Wren, in der Liebe und beruflich ein Dreamcouple

Lincoln, ein Cousin der Mills, Erbe eines Medienimperiums und null daran interessiert. Ich liebe diesen Typen. Männerbun, Karohemd, zerschlissene Jeans, humorvolles T-Shirt, um Kinder zum Lachen zu bringen und dafür lebt soziale Projekte zu unterstützen, vor Ort anzupacken. Ich lernte ihn schon ansatzweise in „Hope“ kennen, da er und Griffin ungefähr gleich alt sind und wie Brüder füreinander da sind. Doch wie das Leben manchmal so spielt, wird er in ein Leben zurück katapultiert, dass er hinter sich lassen wollte. Zurück nach New York, zurück zu seiner Familie, in der nur seine Großmutter eine Rolle für ihn spielt, zurück zu den Intrigen der Reichen und Schönen. Er soll sein Erbe antreten und CEO der Firma werden. Er verabscheut das aus tiefsten Herzen – das liest sich mehr als heraus und ich verstand ihn. Ich muss zugeben, am Anfang hat das was von einer Aschenputtelstory, denn Linc muss ein wenig umgestylt werden, damit er als seriöser Geschäftsmann und nicht als Rebell durchgeht. Dafür soll Wren sorgen, die zu seiner persönlichen Assistentin und PR-Beraterin berufen wurde. Sie macht den Job wider Willen, da sein jüngerer Bruder Armstrong ihr schon zeigte wie viel Arbeit das bedeutet. Doch sie braucht den Job, um selbst vorwärts zu kommen und es zeigt sich schnell, dass Lincoln wenig mit Armstrong gemein hat. Ich mochte Wren sehr. Schon ihre erste Begegnung mit Lincoln zeigt, dass ihr Engagement zwar professionell, doch nicht ohne Herz von statten geht. Eine Hassliebe beginnt und wie zu erwarten, um so mehr sie sich kennenlernen, umso mehr Gefühle kommen auf. Ihre Entwicklung zu sehen, machte echt Spaß. Probleme werden zusammen gelöst, es wird miteinander gesprochen und verantwortungsbewusst gehandelt. Neben den sexy Situationen, die natürlich locker und humorvoll ablaufen, gibt es zu den Familien der Beiden separate Handlungsstränge, die ich für gelungen halte. Die dazugehörigen Intrigen passten ins Gesamtbild. Kurzum: Wren & Lincoln haben Platz 1 von 5 ergattert. Dabei geht ein Sternchen an Lincolns Oma, die nur liebevoll „G-Mom“ genannt wird.

Welche Reihen habt ihr dieses Jahr abgeschlossen oder wollt ihr noch abschließen?

Liebe Grüße Tina (& Leo)

3 Kommentare

  1. Guten Abend Tina,

    ich glaube, an der Reihe bin ich bisher vorbeigeschlittert. Weder sagen mir die Titel, der Name der Autorin, noch die Cover etwas.
    Wobei, was die Cover betrifft, es wohl auch ein Grund ist, dass ich die Reihe nicht weiter beachtet habe.

    Für mich ohne Aussage und überall der gleiche Abklatsch. Die Cover schrecken mich bei Young/New Adult auf dem deutsche Buchmarkt extrem ab. Dieser Einheitsbrei. Da habe ich das Gefühl, immer dasselbe Buch in der Hand zu haben.

    Aber wichtig hier ist, dass dir der Inhalt zugesagt hat, wenn auch mit ein paar Abstrichen.

    Cheerio
    RoXXie

    1. Hi Roxxie,

      es ist leichte Kost. Bisschen schmachten, bisschen lachen, bisschen Drama. Das kann man mögen, muss man nicht. Ich nehme es als pure Unterhaltung.
      Ich verstehe jedoch gut, was du meinst.

      Liebe Grüße
      Tina

      1. Ich hab auch ganz gerne mal so leichte Kost nebenher. Momentan greife ich da auf eBooks von Kindl Unlimited zurück… Da sind die Cover nicht so omnipräsent und nur schwarz/weiß.

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