„Happy End für 2“ von Rachel Winters – Meine Erwartungen wurden übertroffen, eine authentisch-erfrischende RomCom

Hallöchen liebste Buchmenschen,

diese Woche schreitet ohne nennenswerte Vorkommnisse voran und ich bin ehrlich gesagt sehr froh darüber. Eine stinknormale Woche – WOW. Mit dem guten Gefühl, dass der Februar in geordneten Bahnen verläuft, lässt es sich sehr gut leben. Natürlich stehe ich auf Abwechslung, aber meine introvertierte Seite freut sich ebenso auf ein paar Stündchen Routine. Außerdem habe ich noch keinen Plan, was mich am Wochenende so erwartet – außer der Freund (* setzt rosarote Brille auf *) – also take it easy.

Um der lovely Stimmung noch einen drauf zu setzen gibts heute die Rezension zu einem RomCom – Roman. Den habe ich von meiner liebsten Sandra von „Piglet and her Books“ zu Weihnachten bekommen und im Januar regelrecht verschlungen.

Ein Pageturner – Zum Teil wahres Leben, zum Teil romantische, aber chaotische Komödie

Allgemein:

„Happy End für 2“ ist der erste Roman der jungen, britischen Autorin Rachel Winters, der beim Heyne – Verlag Ende 2019 erschien und seine Leserschaft in das Leben der Filmagentur-Assistentin Evie katapultiert. Mit Ende 20 sitzt sie seit Jahren in ihrem unterbezahlten, und trotzdem liebgewonnenen Job fest. Ihr Wunsch endlich zu einer Agentin aufzusteigen kommt in greifbare Nähe als sie von ihrem Boss beauftragt wird, dem preisgekrönten Drehbuchautoren Ezra bei der Fertigstellung seines neuesten Werkes unter die Arme zu greifen. Denn Ezra verpasst einen Abgabetermin nach dem nächsten, obwohl er die Zusage zu einer romantischen Komödie abgegeben hat. Evie beschließt mit dem arroganten Drehbuchautor, der nicht an die magischen Momente der Filmwelt glaubt, einen Deal einzugehen und läuft dadurch von einem Fettnäpfchen ins nächste als sie versucht romantische Augenblicke im realen Leben nachzustellen. Wird sie Ezra dazu bringen, das Drehbuch fertig zu schreiben?

Mein Bild:

Natürlich lief mir das Buch bereits auf Social Media über den Weg und die ein oder andere Rezension habe ich auch gelesen. Jedoch stapelte ich meine Erwartungen tief, denn ich rechnete nur damit, dass es ein nettes kleines Wohlfühlbuch zum Lachen sein wird. Manchmal kann das ganz gut sein, denn die Geschichte um dieses typisch aufgemachte Paperback mauserte sich zu einem Überraschungspaket der besonderen Art.

das ahnte ich beim Cover noch nicht, denn es wirkt wie ein klassisches Liebesromancover ohne den Inhalt wirklich preis zu geben. Hübsch mit Goldprägungen, aber mehr nicht. Da hätte mehr draus gemacht werden können, aber das irritierte mich nicht weiter. Schließlich verriet der Klappentext die Grundidee des Plots.

Der Einstieg zeigt mir gleich den kompletten Aufbau der Kapitel, denn die starten immer wie in einem Drehbuch mit Angabe des Ortes, der Zeit, den Darstellern und des dazugehörigen „Augenblicks“. Ein süßes Gadget, da es zudem noch im Schreibmaschinenstil geschrieben wurde bis die Szene in der Ich-Perspektive der Protagonistin Evie weiter erzählt wird. Es war wirklich toll. So konnte ich jederzeit nachvollziehen, wie viel Zeit von einem Kapitel zum nächsten vergeht ohne groß darüber nachzudenken. Weiterhin arbeitete die Autorin mit Mail- und Chatverläufen zwischen Evie, ihren Freunden, ihrem Boss oder dem Drehbuchautor Ezra. Es war so gut! Wer kennt nicht die typischen Whats App – Gruppengespräche oder Mails, deren Betreff dann abgewandelt werden. Ich amüsierte mich köstlich, genau mein Humor.

Generell freute ich mich darüber, dass die Autorin eine sehr modernen Touch an den Tag legte. Sei es mit Musik, der Kleidung, creepy Alltagssituationen, Nerdstuff und allem voran Feminismus in seiner Vielseitigkeit. Natürlich vergaß sie dabei nicht, dass die Frau von heute nach wie vor um Anerkennung kämpfen muss. Rachel Winters gibt damit ein großes Statement ab!

Ohne großes Mühen ließ sie dazu noch die Nachstellung magischer Filmmomente aus beliebten, romantischen Komödien einfließen. Ich gebe offen zu, dass ich kein großer Kenner dieser Filme bin, wobei ich eine Situation aus „Notting Hill“ klar erkannt habe. Im Endeffekt sollten es sicherlich nicht haargenau die Filmszenen sein, sondern diese „hach, ist das schön“ – Momente, die im realen Leben dann doch nicht so einfach geschehen, wie die Protagonistin Evie beweist.

Ach ja, Evie. Ich mochte sie sehr, obwohl ich dem Mädchen manchmal gern gesagt hätte, dass sie viel mehr drauf hat und sich nicht kriechend vor ihrem Boss oder dem Drehbuchautor bewegen muss. Ich bekam an mancher Stelle echt einen Puls, dass sie sich so ausnutzen ließ, ihre eigenen Träume begräbt und ihr Selbstwertgefühl im Keller liegen lässt. Ich meine, sie ist witzig, smart, talentiert und vollends mit dem Herzen bei der Sache. Doch im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich, meines Erachtens, in die richtige Richtung. Schließlich lernt man normalerweise aus Fehlern. Ich konnte jedenfalls fast jede einzelne Katastrophe im Plot mit einem lachenden Auge verlassen und das ist doch etwas.

Doch nicht nur Evie macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Es sind ihre Freunde, die ihr beistehen, egal was sie verbrochen hat. Und glaubt mir, das ist so Einiges! Selbst mir stockte dahingehend der Atem und ich fragte mich, ob ich das verzeihen würde. Selbst ihre sehr, sehr offenherzige Mitbewohnerin Jane oder ihre neue Bekanntschaft Steph sind so charakteristisch ausgearbeitet, dass ich manchmal nicht wusste: Stecke ich sie in ein Klischee oder nicht? Einfach herrlich.

Ganz im Gegenteil zu Ben und seiner zuckersüßen kleinen Tochter Anett, die mein Herz Stück für Stück, gemeinsam mit Evie, eroberten und an die ich nichts ran kommen lasse. So schwer Evie an Ben herankam, so sehr mochte ich seine ehrliche, zurückhaltende Art. Wenn man dann Ezra sah… Puuh, wie verschieden Männer doch sein können. Der Drehbuchautor besaß mehrere Facetten, die Rachel Winters gekonnt einsetzte, um Twists zu entwerfen, die mich kurzzeitig aus der Bahn warfen.

Ich wusste tatsächlich nicht, wie die Challenge um die magischen Momente ausgehen würde. Es war eine kleine Achterbahnfahrt. Zudem erwartete ich doch ein Happy End mit dem passenden Partner für Evie. Ich meine, was auch sonst? Es stand fast bis zum Schluss ziemlich viel auf der Kippe. Nur ein paar Einzelheiten habe ich mir richtig ausgemalt. Kurz um, das Ende hat mich happy gemacht!

Fazit:

Nicht nur für Liebhaber romantischer Komödien, sondern Liebhaber von Geschichten über Freundschaft, Familie, Liebe und ein Stück weit Feminismus.

5 von 5 Pfoten

Was haltet ihr von romantischen Komödien?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

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