„Das tödliche Wort“ (5. Band der „unsichtbaren Bibliothek“) von Genevieve Cogman – Ein Fantasy-Kriminalroman mit meiner absoluten Lieblingsprotagonistin – Jackpot

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Hello bookish people,

ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag. Während Diego gemütlich auf meinem Schoß ruht, versuche ich innerlich abzuhaken, was ich dieses Wochenende bisher von meiner To Do-Liste erledigt habe. Eigenlob stinkt zwar, aber ich war fleißig. Es ist nicht alles geschafft, aber zumindest startet die kommende Woche stressfreier und vielleicht endlich mal lesereicher. Ein ganz wichtiger Punkt ist die nun folgende Rezension. Ich hing sehr lange an dem Buch, obwohl es definitiv nicht am Inhalt lag, doch dazu jetzt mehr:

500 Seiten im Stil zu Zeiten von Sherlock Holmes, nur mit Magie, Büchern und einem etwas anderem Paris des 19. Jahrhunderts

Allgemein:

Die britische Autorin Genevieve Cogman bestreitet mit „Das Tödliche Wort“ bereits den 5. Band um die Reihe der „unsichtbaren Bibliothek“. Der Erfolg spricht für sich, so dass Bastei Lübbe Ende 2019 erneut die Veröffentlichung in Deutschland übernahm. Nachdem sich die Bibliothekarin Irene Winters von ihrem letzten Abenteuer im New York der 20er Jahre erholt hat, geht sie ihrem Job wie gewohnt nach und jagt in diversen Parallelwelten nach Büchern. Bis sie für einen besonderen Auftrag zurück geholt wird. In aller Verschwiegenheit soll es zu einem Friedensabkommen zwischen den ordnungsliebenden Drachen und den chaosorientierten Elfen kommen, die seit Beginn der Zeit im Krieg stehen. Eine Hoffnung, die die unsichtbare Bibliothek als neutraler Vermittler beaufsichtigt. Jedoch geschieht ein Mord an einem ranghöheren Drachen und es liegt an Irene und ihrem ungewöhnlich zusammengestellten Team den Fall aufzuklären. Wird ihr das gelingen?

Mein Bild:

Ich habe wirklich auf diesen 5. Band hingefiebert, schon allein der Titel klang vielversprechend. Tja, und dann hatte ich diesen dicken Schinken von 500 Seiten Paperback in der Hand. Ich kann euch jetzt schon sagen, keine Seite davon ist zu viel! Bastei Lübbe bleibt dem Stil der bisherigen Bände treu, so dass sie nebeneinander im Bücherregal richtig schick aussehen. Dieses Mal erscheint das Cover in einem violetten Ton mit einer Stadtkarte von Paris und Symbolen, die im Buch eine Rolle spielen. Ich mag diese Art des Covers sehr, weil es auffällt ohne aufdringlich zu sein.

Auch dieses Buch wird als unabhängiger Band zur Reihe beworben. Ich gebe dahingehend recht, dass die Storyline zum Mord eines hochrangigen Politikers, hier in Form eines Fabelwesens, sich auch so verstehen lässt. Genevieve Cogman versucht dem Leser / der Leserin den Start in diese Welt einfach zu machen, indem der Prolog in Form eines Briefes des Drachenprinzen und ehemaligen Bibliothekslehrlings Kai an seinen Vater verfasst wurde. Als ein Charakter, der die Protagonistin Irene Winters von Anfang an durch ihre Abenteuer begleitet, gibt er einen kleinen Rückblick auf die Geschehnisse des letzten Bandes und eine Erklärung zu den aktuellen Verhältnis zwischen den einzelnen Hauptcharakteren. Ein gelungener Einstieg, den ich persönlich nicht gebraucht hätte, aber für alle Neulinge der „unsichtbaren Bibliothek“ praktisch.

Allerdings bin ich der Meinung, um mit den Figuren wirklich auf Tuchfüllung gehen zu wollen, sind die Vorkenntnisse aus den anderen Büchern Pflicht. Ich verstehe die Protagonistin Irene viel besser, weil jede Andeutung zu ehemaligen Feinden, ihrer Familiengeschichte oder ihrer Zuneigung zu Kai für ein anderes Abenteuer steht, das sie geprägt hat und wow, die Frau wird in jedem Buch besser. Ich finde ihre Entwicklung spektakulär. Ihre Bildung, ihr Mut und ihre Loyalität wird inzwischen durch offensichtliche Emotionen, Klarheit und Verletzlichkeit ergänzt. Für viel Spaß sorgt dabei die immer wieder vorkommende Selbstironie. Die braucht sie inzwischen auch, denn sie sah sich bisher nicht als Führungspersönlichkeit.

Doch nun wird sie dazu verdonnert über ihren Schatten zu springen und ein Ermittlungsteam anzuführen, um eine Friedenskonferenz zu retten. Ich konnte ihren Argwohn dagegen so gut nachvollziehen, denn unterschiedliche Seiten unter einen Hut zu bringen ohne, dass sie sich an die Gurgel springen, ist eine gnadenlose Aufgabe. Ich liebte trotzdem alle Mitglieder der Gruppe. Ich genoss Detektiv Vales Anwesenheit, der extra aus seinem Parallel-London angereist war. Er ist so ein typischer Gentleman und bringt mit seiner Professionalität den Charme eines berühmten Meisterdetektivs in die Geschichte. Über ihn würde ich sogar einen Einzelband lesen! Doch er ist nicht der einzige Stereotyp. Auch der Elf-Lord Silver brachte mich mit seiner so verführerischen Art zum Schmunzeln, weil er Irene mit seinen Flirtversuchen einfach nur den letzten Nerv raubte. Zur Erklärung: Die Elfen leben für Geschichten, Dramen und stereotypische Rollen und stiften damit Chaos. Lord Silver hat sich der Rolle eines verführerischen Liternisten angenommen und ist das durch und durch – ich finde es amüsant, da er sehr vorhersehbar ist.

Die Drachenseite hingegen liebt Disziplin, Ordnung und Kontrolle. Sie sind ebenso magisch, vor allem in der Beherrschung der Elemente und an chinesischer Kultur orientiert. So ist auch ihr Drachenäußeres zu bestaunen. Damit sie dennoch nicht auffallen, streifen sie als elegante Menschen durch ihre Welten und stellten für Irenes Team die unabhängige Ermittlerin Mu Dan. Ein Kaliber, die vor allem mit Stolz, Wut und eine gewisse Kälte trotzt.

Selbst die Nebenfiguren wurden so genau beschrieben, dass ich sie mir gut vorstellen konnte. Genevieve Cogman ist in ihrem Weltenaufbau so gut, dass jedes Detail zum anderen passt. Außergewöhnliche Kräfte, wie die der Bibliothekare, die mittels der „Sprache“ Dinge beeinflussen können, sie das aber auch sehr viel Kraft kostet. Oder die plausible Aura der Elfen, sodass sich jeder Mensch in das von Elfen gestrickte Drama fallen lassen muss. Dazu tolle Settings in Form von Weltmetropolen wie hier Paris, aber zu einer anderen Zeit mit anderer Technik als historisch beliefert. Die Autorin nimmt sich die Freiheit heraus, dass Parallelwelten anders sein können und hat ein Händchen dafür, dass es glaubwürdig wirkt.

Ich liebe zudem ihre Wortgewandtheit durch die personale Perspektive von Irene Winters. Es hat Niveau, klingt gebildet, aber nicht altklug und es gibt unzählige, fast schon poetische Zitate, die Gegebenheiten oder Figuren so treffend beschreiben, dass ich einfach nur Spaß beim Lesen hatte. Mir gefällt auch, dass Wörter vorkommen, die ich so selten lese oder noch nie gehört habe, weil sie beispielsweise zur Zeit des Settings bzw. zu einem klassischen Kriminalroman passen. Apopo, der Plot kostete mich so manche Gänsehaut und Spannungsmomente. Es wurde absolut nie langweilig, Selbst seitenlange Verhöre von Zeugen waren sehr abwechslungsreich, dass sicherlich an der Außergewöhnlichkeit der Personen lag. Es gibt Twists mit denen ich nicht rechnete, auch immer schön am Kapitelende, damit ich ja weiterlese und zahlreiche Actionszenen, die mich auf eisglatte Straßen oder in dunkle Kellerräume führte. Zudem erfüllte die Autorin mir mit der ein oder anderen Nebenhandlung, besonders der zwischen Kai und Irene, eine Gefälligkeit, die bereits überfällig war. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch, egal wann es erscheint.

Fazit:

Klassischer Kriminalroman meets Fantasy. Actiongeladen, aber niveauvoll, ein Leserausch, der sich sehen lassen kann. Nicht nur für Fans der Reihe!

5 von 5 Pfoten

Kennt ihr die Reihe? Liebt ihr die klassischen Typen von Detektiven?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

*Das Buch wurde mir kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. meine Meinung bleibt davon unberührt

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2 thoughts on “„Das tödliche Wort“ (5. Band der „unsichtbaren Bibliothek“) von Genevieve Cogman – Ein Fantasy-Kriminalroman mit meiner absoluten Lieblingsprotagonistin – Jackpot”

  1. Liebe Tina,

    ich schleiche schon ewig um diese Reihe und kann mich nicht so recht entscheiden, ob ich sie lesen soll…

    Wenn ich mir deine Rezi jedoch so anschaue, sollte ich es vielleicht doch wagen, die Reihe klingt definitiv interessant!

    Ich finde es zwar immer gut zu wissen, dass Bücher unabhängig voneinander gelesen werden können, jedoch hab ich es jedes Mal bereut, wenn ich es dann versucht hab. Irgendeine Kleinigkeit ist immer dabei, die man dann nicht versteht und das ärgert mich dann. Deshalb lese ich prinzipiell nur noch der Reihe nach. Aber natürlich dennoch danke für den Hinweis 🙂

    Liebe Grüße,
    Jacqueline

    1. Liebe Jaqueline,

      Ja, die Autorin hat mit der Reihe wirklich etwas Tolles kreirt. Der einzige band, denn ich nur ok fand, war der 2., ansonstens bin ich immer sehr zufrieden damit 🙂

      Ja, ich lese Reihen auch lieber von Anfang an, egal, ob die Bände unabhängig voneinander sind oder nicht. Denn dieses kleinen ANmerkungen, die bezüglich anderer Erlebnisse aus anderen Bänden fallen, sind dann doch sehr verführerisch mehr zu erfahren.

      Liebe Grüße
      Tina

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