2 in 1 Rezension zu „Eine Studie in Scharlachrot“ von Arthur Conan Doyle – Wie ein literarischer Kriminalklassiker sein soll!? Knackig, unterhaltsam und spannend

Hello bookish People,

und willkommen zurück zu einer neuen Runde unserer klassischen Kurzrezensionen. Celina und ich haben für die #readingclassics – Lesegruppe ein Buch gelesen, dessen Titel mir bisher überhaupt nichts sagte, bis ich mich beim Voting für ein Ranking entscheiden musste. Wer genauso ein kleiner Banause ist, wie ich, den gebe ich kleine Anhaltspunkte:

  • Es ist der 1. Roman mit dem berühmt-berüchtigten, weltweit bekanntesten „Detektiv“
  • Es spielt im englischsprachigen Raum zum Ende des 19. Jahrhunderts
  • Es gibt nicht nur diese Geschichte mit dem berühmt-berüchtigten Protagonisten
  • Sein Assistent ist mindestens genauso bekannt wie er
  • Von Realverfilmung bis Trickfilm, Serie, weitere Buchadaptionen oder Faschingskostümen – es gibt alles, sogar ein Museum

Naaaaaaa, jetzt kommt ihr sicher drauf, oder? Wenn nicht, dann einfach weiterlesen. Wir offenbaren es euch und erzählen zeitgleich, wie gut wir diesen Klassiker fanden.

Mein 1. Holmes, mein 1. Krimi – Das macht Lust auf mehr

(sagt Tina)

Ich war bisher kein Fan von Sherlock Holmes. Also von dem, was ich kannte, und das waren vor allem Verfilmungen mit Robert Downey Jr.. Tja, und wenn man den Schauspieler nicht mag, dann ist das schwierig. Ich habs auch nicht so mit arroganten Rollen. Natürlich kann die Romanfigur Sherlock Holmes nichts dafür, ebenso wenig wie der Erfinder dessen. Ich ging mit wenigen Erwartungen und eigentlich ziemlicher Ahnungslosigkeit an das Buch heran und Überraschung: Es war echt gut! Die Story ist in zwei Teile gesplittet, wobei ich den 2. Teil einmal aus spoilertechnischen Gründen außen vor lasse. Was ich verraten kann: Die Perspektive wechselt und ich befand mich zudem völlig woanders. Der Abschnitt kam ziemlich unverhofft. Im Nachgang passt dieser aber super in das Gesamtbild. Der 1. Part ist dennoch nicht weniger interessant. Meine Augen wurden schon riesig, weil wir nicht Sherlock Holmes Ich-Perspektive begleiten, sondern Watsons. Ja, damit habe ich null gerechnet. Mareike von „Reading Penguin“ begründete das in unserem Skype-Gespräch genau richtig. Denn an sich, sind wir doch auch nicht klüger als Watson, wir würden die gleichen Fragen stellen, wenn wir so einen gewitzten Menschen wie Sherlock gegenüber stehen, geschweige denn mit ihm zusammen arbeiten würden. „Eine Studie in Scharlachrot“ ist der 1. Fall der beiden bekannten Gesichter. Hier lernen sie sich kennen, hier erfährt der Leser/die Leserin auch mehr über Watsons Vergangenheit, hier ziehen die Beiden in die Bakerstreet und gründen eine WG, hier habe ich erfahren, dass Holmes eigentlich kein Detektiv ist und trotzdem ermittelt er in einem vielschichtigen Mordfall. Hier schloss ich viele Wissenslücken. Die Storyline ist geradlinig in jedem Part und ich konnte trotz überraschender Ereignisse super folgen. Ich mochte Sherlocks analytisch – strategisches Vorgehen, auch wenn er mich und Watson manchmal erst viel später aufgeklärt hat – schließlich macht das irgendwie die Spannung aus. Es machte Spaß, mit einer Spur Sarkasmus im doch filigranen Schreibstil zu erfahren, wie jede Spur seinen Grund inne hat und Holmes jeden Fachidioten in seine Ecke verwies. Watson blieb dabei immer der allseits auf dem Boden Gebliebene, während Sherlock Holmes den Revolutionär mimte. Klar, arrogant bleibt er an mancher Stelle, doch das verzeihe ich.

Spannend, mysteriös und überraschend

(sagt Celina)

Jeder kennt den berühmten Namen Sherlock Holmes, den Mann mit dem Hut und der Pfeife. Ich hatte bisher nur die Serie Sherlock von BBC gesehen und fand ihn da schon großartig. Zusammen mit Reading Classics habe ich den ersten Fall von Sherlock Holmes gelesen. „Eine Studie in Scharlachrot“ heißt der erste Fall und ich habe das Buch innerhalb von einem Tag verschlungen. Wir lernen Sherlock und Dr. Watson kennen und wie sie sich kennengelernt haben. Mir gefiel es richtig gut, dass der Schriftstil leicht verständlich war, als wäre es gegenwärtig geschrieben wurden. Auch gut fand ich, dass es Dr. Watsons Erinnerungen und Notizen sind, die erzählt werden und somit alles verständlicher war, weil Dr. Watson im Endeffekt auch ein Unwissender ist und von Sherlock alles erklärt bekommt. Holmes Wissen wurde richtig gut beschrieben und seine Vermutungen zu dem Fall wurden später auch noch erklärt, wodurch man den Fall und die Auflösung auch verstanden hat und nicht mit offenen Fragen das Buch beendet hat. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Fall richtig interessant war und ich automatisch versucht habe den Fall mitzulösen und dennoch am Ende überrascht wurde. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. In den ersten Teil konnte ich richtig gut einsteigen und konnte der Handlung sofort folgen. Beim zweiten Teil hatte ich jedoch am Anfang Schwierigkeiten, weil ich nicht ganz wusste, wer jetzt der Erzähler ist und inwiefern es mit dem Fall zu tun hat, aber auch da wurde es im Laufe der Handlung erklärt und es machte alles Sinn und passte zusammen. Auch wenn Sherlock immer in Rätseln spricht, war ich nie verwirrt. Ich habe wie schon erwähnt das Buch verschlungen, die Handlung geliebt und freue mich schon sehr auf den zweiten Fall, der schon auf meinem SUB liegt.

5 von 5 Pfoten

Also, holt Lupe und Pfeife raus – ab gehts nach London!

Liebe Grüße Tina (& Leo) und Celina

4 Kommentare

  1. Oh wie toll! Ich liebe ja Sherlock und kann dir da übrigens die Serie dazu sehr empfehlen! Da hast du dann auch einen ganz anderen Schauspieler als im Film!

    Wünsche dir einen schönen Sonntag!

    1. Hi Elizzy,

      danke für die Empfehlung. Die Mädels haben mir das auch schon gesagt. Ich bin nur kein riesen Seriengucker. 😉

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Moin Tina!

    Willkommen bei den Krimi-Klassikern: Es freut mich, dass es nun auch Dich erwischt hat!
    Da ist der nächste Schritt zu einem Christie ja nicht mehr in weiter Ferne.

    Tja, mit Verfilmungen ist es eben immer so eine Sache: Die Hollywood-Streifen mit Robert Downey Jr. und Jude Law haben mit dem Original leider nicht mehr viel Ähnlichkeit. „Sherlock“ mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman kann auch ich Dir wärmstens empfehlen, da hier die Vorlage mit Kreativität und Respekt zitiert wurde. Bei einem Wunsch nach Werktreue führt kein Weg an der Serie „Sherlock Holmes“ aus den 80er/90er-Jahren vorbei, in der Jeremy Brett den exzentrischen Meisterdetektiv mimt. Und es gibt sogar eine deutsche TV-Produktion aus den 60ern, die der WDR damals produzierte, und mir recht gut gefallen hat.

    Mit dieser Auswahl sollte Dir an langen Winterabenden nicht langweilig werden!

    Liebe Grüße
    Andreas

    1. Moin Andreas!
      Ja, Christie rückt wohl immer näher 🙂
      Danke für die zahlreichen Tipps für die kalte Jahreszeit… Die irgendwie ja immer noch da ist.

      Liebe Grüße
      Tina

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