„Die flammende Welt“ von Genevieve Cogmann – Ein Fantasy-Spektakel, dass mit seiner loyalen Hauptdarstellerin seinesgleichen sucht

Guten Abend liebste Buchmenschen,

ich hoffe, ihr seid gut ins Wochenende gestartet. Wie ihr sicherlich schon über Social Media mitbekommen habt, lief heute eine Vor-Ort-Aktion im Hugendubel Leipzig. Unter dem Motto #wirsindpanem organisierte Sandra von „Piglet and her Books“ kleine Hungerspiele, bei der ich und zwei weitere Bloggerinnen sie tatkräftig unterstützten. Ich freue mich wirklich, und kann es kaum glauben, dass wir so viele Teilnehmer/innen hatten. Es war ein heiden Spaß, die Leute Nahrung beschaffen, im Dunkeln Dinge ertasten und einen Blick in die Sponsoring-Kiste werfen zu lassen. So viel zu meinem Samstag, und was habt ihr Schönes gemacht?

Bevor ich mich zum Lesen ins Bett verkrümel, habe ich noch eine ältere, aber frisch aufgehübschte Rezension für euch. Ich bin seit 3 Jahren Genevieve Cogman – Fan. Ihre Reihe um die unsichtbare Bibliothek blieb einfach bei mir hängen. Aktuell lese ich den 4. Band, der 5. kommt Ende 2019 in die Läden und da meine Meinung zum 3. Band auf dem Blog noch fehlt…

Eine Reihe, die nie langweilig wird – Steampunk, Parallelwelten, Drachen, Elfen und eine magische Bibliothek. Was will man mehr?

Allgemein:

Nach dem Erfolg der ersten Bände „Die unsichtbare Bibliothek“ und Die maskierte Stadt“ erschien der dritte Teil 2017 bei Bastei Lübbe. Mit „Die flammende Welt“ nimmt die britische Autorin weiterhin Kurs um die Geschichte der Bibliothekarin Irene auf. Auf 444 Seiten muss Irene, ihres Zeichens Bibliothekarin bzw. Bücherjägerin der unsichtbaren Bibliothek, mit ansehen wie ihre geliebte Bibliothek in großer Gefahr schwebt. Es wird von Vernichtung gesprochen! Natürlich wird sie mit ihrem Lehrling Kai alles versuchen um die vermeintliche Bedrohung zu verhindern. Nur wer ist dafür verantwortlich? Wurde die Bibliothek verraten?

Mein Bild:

Das Cover ist genauso ansprechend wie die Vorgänger gestaltet. Der Hintergrundton in Sepia gehalten mit einer am Rand passend zum Titel „angebrannten“ Optik. Die Stadtkarte des historisch angehauchten Londons und dem auf einem Buch sitzenden Drachen dazu, geben bereits Hinweise auf den Inhalt des Buches. Der Titel rundherum hübsch verschnirkelt und tara, da haben wir das erste Kaufargument.

Die ersten Seiten sollen wohl einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten der verschiedenen Parallelwelten dieser Geschichte geben oder einfach nur neugierig machen. Teilweise sarkastisch werden Warnungen für Reisende der Bibliothek ausgesprochen. Für mich eher verwirrend. Auch wenn das Reisen in Parallelwelten eine Rolle spielt, hatten die Informationen für mich als Leser keinerlei Nutzen, bis auf einen gewissen Unterhaltungswert. Ebenso wirft der Prolog in Form eines Briefes Fragen auf, so dass mir der Einstieg schwer gemacht wurde. Der Absender Detektiv Vale, weist teilweise auf Ereignisse des voran gegangenen Bandes hin. Wer den vorherigen Band also nicht gelesen hat, kann hier nicht allem folgen.

Aber dann ging die Geschichte ohne weiteres Vorgeplänkel los. Ich war mit der Bibliothekarin Irene und ihrem Lehrling Kai auf einer Mission. Genau das hat mich die verwirrenden ersten Seiten wieder vergessen lassen. Die Autorin beschreibt von Anfang an sehr detailliert. Ich wusste immer, in welchen Jahrhundert oder zu welcher Tageszeit und vor allem wo sich die Personen aufhielten, auch wie sie sich fühlten und welche Besonderheiten sie wahr nahmen. Das klingt jetzt langatmig, aber es gibt der Geschichte genau den richtigen Schliff, zudem wird aus der personalen Sicht der Bibliothekarin Irene erzählt. Sie verpackt das Erzählte mit einem Schuss Ironie und der ein oder anderen Gefühlsregung. Ich wal als Leser immer hautnah dabei.

Die Szenen wechselten gerade in den ersten Kapiteln häufig. Ich befand mich einmal im viktorianischen London, dann wieder in der unsichtbaren Bibliothek, um kehrtwendend im Winterpalast in St. Petersburg zu stehen. Es grenzt an Reizüberflutung, wenn man bedenkt, dass sich alles um die unterschiedlichsten Bibliotheken in diversen Parallelwelten dreht. Für den einen abwechslungsreich. Für mich too much. Dadurch wurden die Protagonisten in den Hintergrund geschoben, frühere Ereignisse, die für den Leser von Interesse wären, wurden nur erwähnt statt ausgeführt. Hier macht es demnach genauso Sinn die Vorgängerbände zu kennen. Ich erwähne das nur so häufig, weil ich den 2. Band „Die maskierte Stadt“ tatsächlich erst danach gelesen habe, weil ich davon ausging, dass es unabhängige Plots sind. An sich ist es auch so, aber ein wenig mehr Background wäre hilfreich gewesen.

Erst im mittleren Teil des Buches kam es zu mehr Dialogen, die sehr schnippisch und fordernd sein konnten. Man trifft auf Gespräche zwischen gut und böse, naiv und verantwortungsbewusst, arrogant und selbstzweifelnd oder auch Mensch und Werwolf, Elfe und Mensch und so weiter. Unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen zu lassen, das hat die Autorin definitiv drauf. Ich habe dabei entweder in mich hinein gelächelt oder den Kopf geschüttelt, weil das absolut verrückt und grandios zugleich war. Wer zudem noch auf das ein oder andere Fremdwort, Allegorien und Thesen steht, sollte seinen Spaß haben. Ich hingegen habe das ein oder andere nachgeschlagen.

Worauf Miss Cogman besonderen Wert gelegt hat, ist die Besonderheit der geheimnisvollen „Sprache“ und die „Bibliothek“ an sich. Die Idee der magischen Auswirkung ist mir in dieser Form noch nie begegnet und damit etwas ganz Besonderes. Auch wenn die Betonung in fett oder kursiv gedruckten Wörtern in dem Maße etwas gewöhnungbedürftig ist.

Zum Ende hin habe ich die Seite übrigens förmlich verschlungen. Der letzte Kampf gegen das Böse ist immer ein „Seiten-Inhalierer“. Auf jeden Fall filmreif beschrieben mit einem Duell der außergeöhnlichen Art.

Fazit:

Ein gelungener Fantasy-Roman, den man super als Film umsetzen könnte. Allerdings empfehle ich die Vorbände gelesen zu haben, da sich nicht alle Hintergründe von allein klären.

4 von 5 Pfoten

Welche Bücher über Bücher oder Bibliotheken habt ihr in letzter Zeit gelesen?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

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2 thoughts on “„Die flammende Welt“ von Genevieve Cogmann – Ein Fantasy-Spektakel, dass mit seiner loyalen Hauptdarstellerin seinesgleichen sucht”

  1. Hallo Tina,

    ich kenne bisher die ersten beiden. Ich mochte sie, aber mir war im zweiten Band auch etwas zu viel los.Ich will auf jeden Fall weiter lesen, aber dieses too much, was ich schon bei Band 2 erlebt habe, schreckt mich dann doch immer ein bisschen ab. Dabei mag ich Irene und Kai sehr.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    1. Hi Petrissa,

      ich habe den 4. Band jetzt ausgelesen und freue mich schon auf den 5. Band, der Anfang 2020 erscheint, soweit ich mich entsinne.
      Ja, die Storyline ist vollgepackt, es wird selten langweilig, man könnte aber auch gut etwas weglassen, so hab ich manchmal das Gefühl. Aber die Idee dahinter, die Logik, die Möglichkeit so viel in einer geschichte umsetzen zu können, ist absolut faszinierend.
      Die Protas mag ich supergern, weil sie super heruasgearbeitet sind 🙂

      Du bekommst die Woche übrigens noch Post von mir 😉

      Ganz liebe Grüße
      Tina

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