„Das Herz der Zeit – Die unsichtbare Stadt“ von Monika Peetz – Ein vielversprechender Auftakt & Zeitreisen wie ich sie mir vorstelle

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Hallo liebste Buchmenschen,

happy Bergfest und morgen ist es endlich soweit. Die Leipziger Buchmesse öffnet ihre Pforten. I´m very excited! Zur Einstimmung gibt es heute nur buchige To-Do´s bei mir. Das bedeutet im Klartext: Bloggen, lesen, Podcasts hören, Tasche für morgen packen, fünfmal kontrollieren, dass ich auch nichts vergesse und Buchverfilmungen schauen. Ja, Urlaub ist toll.

Die heutige Rezension ist zum Teil Vorbereitung auf einen morgigen Termin, da ich (wenn alles klappt) die Autorin ein wenig aushorchen darf. I´m noch mehr excited. Das Schöne ist, mir hat das Buch so gut gefallen, aber lest selbst:

Mit Monika Peetz bekommt Kerstin Gier Konkurrenz

Allgemein:

Monika Peetz ist vor allem durch ihre Romane und Verfilmungen zu den „Dienstagsfrauen“ bekannt geworden. Nun begibt sie sich mit „Das Herz der Zeit – Die unsichtbare Stadt“, der Auftakt einer Trilogie, auf die Pfade des Jugend- und Fantasybereiches. Das Buch ist 2019 bei Rowohlt erschienen, ist für Leser ab 12 Jahren geeignet und erzählt die Geschichte der fünfzehnjährigen Lena, die bei ihrer stressgeplagten Tante Sonja und ihren jüngeren Cousinen Fiona und Charlotte lebt. Mehr Familie hat Lena nicht und trotzdem fühlt sie sich fremd. Die Erinnerungen an ihre Eltern sind wie weggewischt und jegliche Fragen nicht beantwortet. Warum wird alle totgeschwiegen? Nicht mal ihre beste Freundin Bobbie hat eine Erklärung dafür, bis Lena die merkwürdigste Uhr aller Zeiten findet und damit ein Junge in Erscheinung tritt, der Lena wie eine Fata Morgana verfolgt. Dante, so heißt der Junge, weiß mehr über Lena als sie sich vorstellen kann. Doch damit nicht genug, denn seine Heimat ist so ganz anders als ihre – willkommen in der unsichtbaren Stadt, ein Ort an dem die Zeit nie still steht!

Mein Bild:

Ultimative Coverlove! Ich Muss sagen, so eine Schönheit hat Seltenheitswert. Nicht Nur der Schutzumschlag mit diesem futuristisch-floralen Design, das Prägungen aufweist, nein! Auch darunter wurde das Buch veredelt und innerhalb der Buchdeckel befindet sich sowohl ganz vorne als auch ganze hinten die Karte der „unsichtbaren Stadt“. Ich könnte noch über die hübsch geletterten Kapitelüberschriften schwärmen, aber kommen wir zum Eingemachten.

Schon der Prolog machte Lust auf die gesamte Geschichte. Aus dem Nichts heraus befindet sich Lena in einer haarigen Situation, die sich erst später aufklärt. Es erinnerte mich an einen Filmtrailer, bei dem man die heftigsten Szenen als Appetithappen zuerst zeigt. Dieser Ansatz ist gar nicht so weit her geholt, denn Monika Peetz ist nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Drehbuchautorin und Filmproduzentin. Genau das merkt man dem Buch im positiven Sinne an. Ja, ich möchte, dass es verfilmt wird.

Es fängt bei den schön knackigen Kapitelüberschriften an, mit denen ich mich schneller in eine Situation einfinden konnte und geht weiter bei dem bildlichen Schreibstil, der gegenwärtig, aber nicht übertrieben ist. Das gilt sowohl für die Beschreibung von Orten, Personen als auch Gefühlen. Die Autorin benutzt Begrifflichkeiten aus der heutigen Zeit, wird nie zu blumig und bleibt trotzdem vielseitig. Sie versteht sich definitiv auf Plot Twists. Ich wusste immer, was das Ziel oder Motiv der Person sein könnte, aber der Weg dorthin lief in Bögen, Zick Zack oder rauschte an mir vorbei. Ich hatte meinen Spaß und fand die personale Sichtweise von Lena genauso lebendig, wie die von Dante und Bobbie.

Die jugendlichen Protagonisten wirkten auf mich eingangs eine Nummer jünger und mit ihrer Entwicklung innerhalb des Plots wiederum älter als beschrieben. Vielleicht, weil Lena und ihre Freundin Bobbie nicht das Klischee der mädchenhaften, pubertierenden Fünfzehnjährigen erfüllen.

Mit Lenas Gefühlswelt musste ich zunächst klar kommen. Die Angst und Zweifel unerwünscht zu sein, ihre Konzentrationsschwierigkeiten und sogar Stimmen im Kopf verwirrten mich ein wenig. Hat Lena kein konkretes Ziel ist sie echt durcheinander. Sie tat mir leid, zumindest bis ich verstand, dass man nur ihren Kampfgeist wecken muss, um alles aus ihr heraus zu holen. Ein tolles Merkmal, dass sich die Autorin zunutze gemacht hat. Im Wechselspiel mit ihrer hochnerdigen, absolut herzlichen Freundin Bobbie (Gott, ich mag sie total gern) verfolgte ich das Rätselraten um die gefundene Uhr bzw. den Chronometer (Zeitmesser).

Die Dialoge waren absolut facettenreich. Als Dante noch dazustieß, kam ein Schuss Pfeffer dazu. Er erinnerte mich ein Wenig an Jace aus „City of Bones“. Er ist cool, gibt knappe Antworten auf Fragen und soll auf andere sicherlich einschüchternd wirken. Nur nicht auf Lena, die ihm mit ihrer plötzlichen Schlagfertigkeit ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich mochte Dante, der insgeheim ein neugieriger Rebell ist und wie Lena das Richtige tun möchte, um das Leben in der unsichtbaren Stadt erträglicher zu machen. Im übrigen entflammt keine hochgradige Liebesgeschichte. Es war eine kleine Flamme, die ausreichte, schließlich war der Plot gefüllt genug. Außerdem ist für die Liebe sicherlich noch Platz in den nächsten Bänden.

Das Setting wechselte von Lenas Heimat einer Hafenstadt, die mich irgendwie an Hamburg erinnerte, und Dantes Leben in der geheimnisumwobenen unsichtbaren Stadt. Natürlich hat es mir die unsichtbare Stadt angetan, von der ich nicht zu viel erzählen möchte. Auf jeden Fall ist sie mit System konzipiert und jedes Detail hat seinen Zweck. Der Look wechselt im Sinne der Zeit, ein Einfall für den ich die Autorin nur loben kann. Unerwartet, außergewöhnlich, noch nie da gewesen und sogar mit einer sinnvollen Funktion! Endlich eine Geschichte, die auf die Problematik von Zeitreisen eingeht, die aufzeigt, was es für grausame Folgen haben kann, wenn man die Geschichte verändert! Ich war fasziniert und dramatisiert zugleich. Für mich stand dadurch mein erwünschtes Ende auf der Kippe. Mein Wunsch wurde nicht ganz erfüllt, aber das ist in Ordnung. Denn trotz der fantastischen Elemente ist die Logik und das gesunde Bewusstsein zur Realität nicht zu kurz gekommen.

Fazit:

Es ist ein Wohl-Fühl-Abenteuer, das dem Zeitreisen neuen Schwung gibt und der Edelstein-Trilogie Konkurrenz machen könnte. Ich freue mich auf Band 2.

5 von 5 Pfoten

Welche Problematiken oder fantastischen Themengebiete liebt ihr in Jugendbüchern? Welche Zeitreise-Bücher könnt ihr empfehlen? Sagt es mir.

Liebe Grüße Tina (& Diego)

*Das Buch wurde mir als kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde davon nicht beeinflusst

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2 thoughts on “„Das Herz der Zeit – Die unsichtbare Stadt“ von Monika Peetz – Ein vielversprechender Auftakt & Zeitreisen wie ich sie mir vorstelle”

  1. Och Mensch, noch ein Buch, dass sich so gut anhört, schlagfertige Protaginisten, Zeitreisen… Ich mochte sowohl City of Bones als auch Rubinrot gerne. Doch woher soll ich mir die ganze Zeit nehmen, diese ganzen Bücher zu lesen? 😀 das sind doch mal schöne Probleme. Auf jeden Fall macht deine Rezension Lust auf mehr 🙂
    Alles Liebe

    Nadine

    1. Liebe Nadine,

      vielen lieben Dank 🙂
      Ja, der Beginn dieser Reihe hat mir wirklich gut gefallen, ich freue mich schon auf die weiteren Bücher.
      Und ja, ich weiß, so viele Bücher, so wenig Zeit, ich kenne das ja selbst.

      Liebe Grüße
      Tina

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