Blick ins Buch – Secret Book Club IV + V von Lyssa Kay Adams – Wiedergutmachung am Charakter in Band 4, ein „ich will nicht, dass es endet“ in Band 5

Hallo liebste bookish People,

wir schreiben Montag, den 27. Februar, kurz vor 21:30 Uhr und meine Motivation Blogbeiträge vorzubereiten stieg bereits vor einigen Stunden signifikant an. Also nutzte ich die Chance und werde vermutlich noch ein Weilchen hier sitzen, um weiter machen, während Leo bereits im Reich der Träume versunken ist. Begonnen hat das Bloggen heute für mich mit einer Doppelrezension zu den beiden letzten Bänden des Secret Book Clubs. Ein lachendes Auge, die Reihe beendet zu haben, ein weinendes Ende, weil ich die Jungs nicht missen möchte.

Band IV „Ein Liebesroman ist nicht genug“ mit Elena und Vlad


Der pfurzende Russe, der namentlich nie genannt wurde und Sprachprobleme besaß. Die lächerlichste Figur in der Secret Book Club – Reihe. So habe ich Vlad kennengelernt. Die Kritikwelle der Leserschaft war riesig. Wie kann dieser Griff in die Charakterkiste geduldet werden? Der Kyss-Verlag reagierte. In den neueren Auflagen der ersten Bände soll aus „der Russe“ nun „Vlad“ geworden sein und in Band 4 bekam der russische Eishockeyspieler die würdevolle Aufarbeitung seines Charakters, die er von Anfang an verdient hätte.


Was soll ich sagen? Ich liebe Vlad. Nicht nur weil er sein Verdauungsproblem in den Griff bekommen und seine Sprachkenntnisse verbessert hat, nein, weil seine sensible Ader besonders zur Geltung kommt. So knallhart er sich als Profisportler bewähren muss, so einfühlsam und herzerwärmend gibt er sich privat. Ich bin begeistert. Vlad möchte, dass es den Menschen (und auch Tieren) in seiner Umgebung gut geht und verzichtet dann sogar auf sein eigenes Glück. Lyssa Kay Adams besaß wieder ein sorgfältiges Händchen, um die Züge des Protagonisten anhand vieler witziger, wie auch tiefgründiger Dialoge, gedanklicher Monologe, den Beziehungen zu anderen oder der Beschreibung seines Heims zu offenbaren. Das Einzige, das mir von ihm nicht gefiel, war sein Roman „Promise me“. Genau, es gibt wieder eine Geschichte in der Geschichte. Doch der Funke bei dem zu kurz geratenen 2. Weltkriegs-Liebesroman wollte bei mir nicht überspringen.


Mit seiner Ehefrau Elena wurde ich leider viel später warm als mir lieb war, weil ihr Background mir zu hochtragend, zu gewollt geheimnisvoll und verwirrend erschien. Politische Machenschaften, verstrickter Journalismus, Verstöße gegen die Menschlichkeit und eine unschöne Familiengeschichte. Ach, und die Ehe mit ihrem besten Freund, damit sie in den USA studieren konnte. Ehrlich gesagt habe ich die wirre, irre Backgroundgeschichte schon wieder komplett verdrängt. Ich finde, der Ansatz, dass sich die innige Freundschaft mit der Heirat als Mittel zum Zweck vollkommen veränderte, hätte ausgereicht. Die Situation der beiden war schon ziemlich traurig. Die Autorin arbeitete erneut mit der unzureichenden Kommunikation bei Paaren. Jeder kennts ja irgendwie. Es war herzergreifend und nachvollziehbar beschrieben, wie der eine darauf kommt, dass der andere nicht genauso fühlt und umgekehrt.


Nebenbei und doch mittendrin sind natürlich die Jungs vom Secret Book Club! Und sie sind nicht allein, denn die „Loners“ stehen Vlad und Elena genauso zur Seite. Die „Loners“ erinnerten mich ein wenig an die Desperate Housewifes. Frauen aus der Nachbarschaft bilden eine sehr unterhaltsame Clique. Leute, ich hatte so einen Spaß. Untermalt wird das Ganze mit nonverbaler Kommunikation, die liebevoll als „Stille Gespräche“ oder „Reden-ohne-Worte-Ding“ usw. benannt werden.


Elena und Vlad bilden ein tolles Paar. Durch sie lernte ich noch ganz am Rande einige russische Spezialitäten und Traditionen kennen. Der Bezug gefiel mir. Der Wink mit dem Zaunspfahl zum nächsten Band fiel mit Colton als Vlads besten Freund übrigens ziemlich offensichtlich aus. Da machte sich Vorfreude breit.

Band V „Kein Weihnachten ohne Liebesroman“ – Gretchen und Colton


Colton war für mich bisher der Poser der Jungs. Der berühmte Musiker, der jede Frau um den Finger wickelt und nichts Ernstes sucht. Umso teuflischer musste ich grinsen, herzhaft lachen und schlussendlich ein wenig Mitleid bekommen als die Story direkt mit einer Nacht begann, in der Colton sich auf den ersten Blick verliebt und nach dem Akt förmlich sitzen gelassen wird. Diese Situation, die ich in einigen Filmen bereits gesehen habe: Der Sex des Jahrtausends, eine vollkommene Nacht und sie endet abrupt, weil eine beteiligte Person fluchtartig gehen „muss“. Diese Person ist Gretchen, die bereits Gastauftritte in vorherigen Bänden hatte, allem voran bekannt als Macks Ex. Nicht nur für Colton stellt das eine verdrehte Welt dar, sondern Lyssa Kay Adams dreht den Spieß der Klischees um, weil die Frau hier nicht möchte.


Mir gefiel die Idee und ich lernte Colton mehr denn je als entwaffnend charmant kennen. Oh, er ist so gut, ich konnte ihm kaum widerstehen. Das hat nichts mehr mit dem Poser zu tun, da seine Worte ehrlich von Herzen kamen. Als Colton Gretchen nach längerer Zeit wiedersieht zieht er alle Register. Allerdings sehr zu Gretchens Bedauern. Um es in meinen Worten zu sagen: Sie hat keine Zeit für solche Mätzchen. Als Rechtsanwältin setzt sie sich für illegale Einwanderer aus Mexico ein. Die Autorin kritisiert zwar nur im Ansatz die amerikanische Einwanderungspolitik, doch sie setzt ein Statement mit Gretchens moralischen Grundsätzen, ihrer Leidenschaft und ihrem persönlichen Einsatz bei jedem ihrer Fälle. Diese Selbstlosigkeit ist eine Eigenschaft, die auch Colton teilt, nur in einem anderen Bezug: Freundschaft und Familie. Etwas, das in Gretchens Vergangenheit Wunden hinterlassen hat, die nie geheilt sind.


Lasst mich gern aufzählen, warum zwischen Colton und Gretchen ein feuriger Schlagabtausch nach dem anderen stattfindet: Er hat Interesse an ihr, sie nicht an ihm. Er besitzt ein sonniges Gemüt, sie eine souveräne kühle Haltung. Für ihn stehen Familie und Freunde an erster Stelle, für sie ihre Berufung (nicht nur als Anwältin, sondern auch als Familienmitglied eines Traditionsunternehmens). Ich feiere jede Diskussion, jeder Pointe, die keine Erwiderung mehr zuließ. Ich fand es kreativ, emotional und ja, wie aus dem Leben gegriffen. Ich empfand es als so intensiv, dass das eigentliche Weihnachtsfeeling an vielen Stellen keine Rolle mehr spielte. Ich weiß nicht, ob ich das schade finden soll, weil das Weihnachtsroman-Thema, wenn es schon im Titel vorkommt, mehr in den Mittelpunkt treten sollte. Doch es störte mich zu großen Teilen nicht. Die Story kam mit den wenigen Weihnachtsvibes gut zurecht. Außerdem fallen mir die Momente ein, in denen Gretchen mit Scrooge aus der Weihnachtsgeschichte verglichen wurde oder die Secret Book Club – Clique Rentierhörnchen auf dem Kopf hatte. Das hat was, genauso wie die Geschichte in der Geschichte in Form des Sunchine-Grumpy-Tropes (das ich mir erst erklären lassen musste). Nichtsdestotrotz würde ich die Story auch zu jeder beliebigen Jahreszeit lesen können. Denn beide Protagonisten bringen noch eigene Hürden mit. Natürlich, wäre sonst ja fast langweilig. Als Nebenhandlung empfand ich das passend. Zumindest bis Gretchens Hürde ziemlich hochgeputscht wurde. Weniger Dramaturgie hätte mir eher gefallen.


Abschließend sei gesagt, dass die Autorin die Reihe mit einem leidenschaftlichen Pärchen schließen ließ und die komplette Secret Book Club – Clique inklusive der Partnerinnen nochmal ihren Auftritt bekamen. Es fühlt sich leider wirklich nach Abschied an, obwohl ich hoffe, dass vielleicht doch noch was aus der cozy Bromance – Reihe erscheint.

Kennt ihr die Reihe?

Liebe Grüße Tina (& Leo)

P.S. Die Rezensionen zu Band I bis III findest du hier.

4 Kommentare

  1. Liebe Tina,

    eine tolle Rezension 🙂 Ich tänzle schon die ganze Zeit um die Reihe herum. Lese ja eher selten in die Richtung, aber habe bis jetzt nur Gutes gehört. Ich glaube, ich werde dann wohl bald mit Band 1 beginnen.

    Liebe Grüße
    Lisa

    1. Liebe Lisa,

      vielen lieben Dank. Probier es mit Band 1 einmal. Persönlich immer noch mein liebster Band.
      Die Bücher lassen sich auch gut hören 🙂

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Huhu Tina,

    ich wusste gar nicht, dass es bei der Reihe fünf Bände gibt. Ich erinnere mich noch, als der erste Band gehypt wurde. Damals hatte ich noch Interesse daran, dann kam sehr schnell Band 2 und dann Band 3. Da hab ich dann irgendwann die Verfolgung der Reihe aufgegeben und mittlerweile auch die ersten beiden Bücher von der WuLi entfernt.

    Es freut mich aber, dass dir die Reihe in seiner Gänze aber viel Lesevergnügen gebracht hat. Ich danke dir für deinen Einblick in die beiden Bände. Es ist jetzt nun definitiv eine Reihe, die ich nicht unbedingt lesen muss. Ich kümmer mich lieber erst einmal um meinen SuB. Da hab ich noch mehr als genug Material, u.a. auch etwas in die Richtung von The Secret Book Club.

    Cheerio
    RoXXie

    1. Hi Roxxie,

      ich habe dir gern bei der Erkenntnis geholfen und bin auch immer froh, wenn mich andere bezüglich der ein oder anderen Reihe erleuchten.
      Dass du deinen SUB klar im Blick hast, verstehe ich. Erst recht, wenn ähnliche Bücher noch drauf liegen.

      Liebe Grüße
      Tina

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