2 in 1 Rezension „12 years a slave“ von Solomon Northup – Wenn ein Mensch zur Ware wird

Hallöchen liebste Buchgemeinde,

heute ist mal wieder ein gemeinsamer Redaktionstag bei „Buchpfote“. Celina und ich sitzen zusammen und versuchen diesen Beitrag zu spinnen. Wie so oft bei der 2 in 1 – Rezension handelt es sich um einen Klassiker, den wir gemeinsam innerhalb der #readingclassics – Gruppe gelesen haben.

Eine Bewertung geben wir nicht ab

„12 years a slave“ ist ein autobiografischer Roman, der 1853 veröffentlicht wurde. Solomon Northup schildert in seinem Buch, wie er, frei lebender Bürger des Staates New York, 1841 entführt, verschleppt, verkauft und versklavt wurde. 12 lange Jahre lebte Northup als Sklave in den Südstaaten Amerikas. Er erzählt von seinen Erlebnissen, den Menschen, die er getroffen hat, ebenso wie von der Hoffnung auf Rettung. Es sind wahre Tatsachen, denen man nicht mit einer Pfoten-Bewertung gerecht werden kann bzw. wollen wir uns das gar nicht herausnehmen so zu „urteilen“.

Er wurde zu „Platt“ und überlebte – Gräueltaten, die unvergessen bleiben

(sagt Tina)

Zu aller erst möchte ich euch mitteilen, dass diese Geschichte, so wahr wie sie ist, absolut triggern kann im Bezug auf physischer und psychischer Gewalt, Misshandlung, Missbrauch, Mord und Suizid. Solomon Northup zeigt seine Intelligenz und Vielseitigkeit bereits in seiner Erzählweise. Er könnte genauso gut ellenlange Arbeitsabläufe beschreiben, wie auch leidenschaftliche Reden oder Debatten führen. Das Eine langweilte mich tatsächlich, egal, wie bildlich es beschrieben war, einfach, weil ich beispielsweise keinen Bezug zur Feldarbeit habe. Zudem neigte er teils zur Faktenaufzählung und das kann sich in die Länge ziehen. Die andere Variante seiner Geschichte begegnete mir mit Nervenkitzel, Spannung, Gänsehaut, Mitgefühl und sogar Ekel. Seinen Gefühlen konnte ich nicht entgehen. Schließlich ist es oft ein Monolog, der von tiefer Verzweiflung bis zu höchster Hoffnung sprach. Am Meisten mochte ich jedoch, wenn Dialoge im Spiel waren. Der Austausch mit anderen Menschen besitzt einfach ein Tempo, das ich mag und erst recht, wenn ich null weiß, wie diese Dialoge enden könnten. Ich werde mich wahrscheinlich mein restliches Leben an viele Situationen der 12 Jahre erinnern, weil es ein unglaubliches Zeitzeugnis der Grausamkeiten ist, die MENSCHEN anderen MENSCHEN antun können. Solomon beschönigt nichts. Ich weiß nicht, wie er das überlebt hat ohne völlig traumatisiert zu sein. Ich glaube, sein Verständnis für die Sklaverei an sich, warum diese Dinge geschehen und warum sie wiederum einfach nur abgeschafft gehören, macht er deutlich, auf eine teilweise sogar objektive Art. Ich bin froh, sowohl das Buch gelesen als auch Film gesehen zu haben.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

(sagt Celina)

So oft musste ich noch nie das Buch zuklappen, weil mir die Szene zu grausam war. Zusammen mit Reading Classics habe ich das Buch „12 Jahre als Sklave“ gelesen, welches eine Autobiografie von Solomon Northup ist. Solomon erzählt von seiner brutalen Zeit als Sklave. Ich fand die Geschichte sehr erschreckend, weil es bildlich beschrieben wurde, wie die Sklaven gelebt, bestraft und gearbeitet haben. Zusätzlich gab es in meiner Ausgabe Illustrationen, wodurch die Beschreibung nochmal verstärkt wurde. Die Unmenschlichkeit, welche zu dieser Zeit herrschte, ist in dem Buch eindrucksvoll dargestellt. Solomon gibt uns nicht nur Einblicke wie sein Leben war, sondern auch das allgemeine Leben eines Sklaven und geht auf Geschichten anderer ein, die er kennengelernt hatte. Egal um wen oder was es ging, ich habe bei jeder Geschichte, jeder Bestrafung und jedem Hoffnungsschimmer mitgefühlt. Unglaublich bewegt hat mich die Geschichte von Eliza, welche ihre Kinder an andere Händler verlor. Oft habe ich mir die Frage gestellt, wie die Familie von Solomon damit umgeht, dass sie nicht wissen was mit ihm passiert ist und wie es ihm geht. Allgemein habe ich oft mit dem Kopf geschüttelt, weil ich nicht verstehen konnte, wie ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun kann und es als „normal“ ansieht. Eine sehr bewegende, brutale und unmenschliche Geschichte, die die Grausamkeit der Menschen zeigt. Ich finde man sollte entweder den Film gesehen haben oder das Buch gelesen haben und sich somit mal mit dem ganzen Auseinandersetzen, denn manche Themen in dem Buch (besonders das Thema Rassismus) sind immer noch aktuell.

Autobiografie ja oder nein? Was sagt ihr?

Liebe Grüße Tina & Celina

4 Kommentare

  1. Hallo ihr beiden!
    Ich kenne die Verfilmung und kann deshalb zum Buch nicht so viel sagen. Weiß auch nicht ob die Verfilmung gut gelungen ist, auf jeden Fall hat sie mich sehr tief bewegt. Vor allem weil der Film minutenlang ein und die selbe Szene zeigen kann, damit man als Zuschauer aus langsamer wird und es voll erlebt.
    Eure Meinungen kann ich demnach schon nachvollziehen und ich finde auch, dass es einfach unmöglich ist da eine Bewertung abzugeben.
    Eine wichtige Lektüre!
    Liebe Grüße
    Diana

    1. Hallöchen Diana,

      ich gebe dir recht.
      Und ich denke, die Verfilmung ist gelungen. Gerade deine Beschreibung zu den Szenen passt auch zum Buch.

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Ich lese das Buch wahrscheinlich als Klassenlektüre. Aber die Rezensionen, die ich gelesen habe, sprechen für das Buch. Celina und Tina, ihr habt mir auch weitergeholfen. Ihr seid echt gut darin. Das Buch ist lesenswert, weil man sich einmal in so eine Person in der Sklaverei hineinversetzen muss, und mit dem Buch kann man das auch. Ich denke, dass ich auch den Film anschauen möchte.
    LG Lisa <3

    1. Liebe Lisa,

      es freut uns, dass wir dir einen ersten Eindruck vermitteln konnten.
      Auf jeden Fall ist es zu befüworten, es innerhalb einer Klasse zu lesen und darüber zu sprechen – eine unvergessliche Lektüre.

      Liebe Grüße
      Tina

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