Rezension zu „Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis“ von Sarah J. Maas

Der Sternenhimmel Prythians öffnet seine Pforten

Allgemeines:

Der 2. Band des Epos um die junge Feyre erschien 2017 durch den dtv – Verlag in Deutschland. In „Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis“ entführt die amerikanische Autorin Sarah J. Maas den Leser erneut nach Prythian, das Reich der Fae. Trotz des Wiederaufbaus liegen Schatten über dem Frühlingshof. Nichts ist mehr wie vorher, denn sowohl Feyre als auch Tamlin leiden nach den schrecklichen Ereignissen unter dem Berg. Hinzu kommt die Vereinbarung mit Rhysand, dem High Lord des Hofes der Nacht, der Feyre zu sich nimmt. Werden Tamlin und Feyre die Hürden überwinden? Oder wird Rhysand sie entzweien?

Mein Bild:

Natürlich habe ich mir nach dem überzeugenden Auftakt den 2. Band gegönnt. Das Cover war im Buchhandel schwer zu übersehen, da es wieder Feyre mit Pfeil und Bogen zeigt. Die hübschen Akzente liegen dieses Mal in der Farbe braun und sprechen die Frauenwelt mit Schmetterlingen an.

Die Seitenanzahl hingegen hat mich, mit 300 Seiten mehr gegenüber dem Vorgänger, leicht umgeworfen. Dennoch, überflüssig ist keine einzige Seite! Zur besseren Unterteilung gibt es drei Abschnitte, je nachdem welcher Aufenthaltsort eine zentrale Rolle spielt. Ich denke, es soll die Neugier und Erwartungen des Lesers wecken. Das Ziel wurde erreicht, denn es schlich sich sofort das Gefühl ein, dass es nicht mehr märchenhaft zugeht.

Unsere inzwischen unsterbliche Hauptprotagonistin Feyre beschreibt aus der Ich-Perspektive realitätsnah, welches Trauma sie Monate nach den qualvollen Erlebnissen unter dem Berg erlebt. Es ist nichts für schwache Nerven, als hätte man ihr die Lebensgeister trotz neu gewonnener Faekräfte genommen. Auch ihre Schilderungen bezüglich Tamlins Entwicklung trafen mich völlig unvorbereitet. Wie kann dieser liebreizende Kerl zu so einem Kontrollfreak mutieren? Er überschreitet Grenzen und frustriert mich förmlich mit seinen Taten, dass ich ihn anschreien möchte. Chapeau! Eine exzellente Leistung, wenn man mich beim Lesen so reizen kann.

Doch Tamlin spielt im Endeffekt nur die zweite Geige. Denn als Feyre mit Rhysand geht, mutiert dieser vom Neben- zum Hauptdarsteller. Das Scheusal, das in meiner Rezension zum 1. Band keinen Platz gefunden hat, bringt jetzt die Kehrtwende. Der High Lord des Hofes der Nacht wurde schnell zu dem Highlight. Charismatisch, magisch und für jede Tat einen guten Grund, ganz gleich, ob er über Leichen gehen muss – das ist Rhys. Ich erlaube mir dabei den Vergleich zu Batman, nur mit mehr Freunden. Hier in Form der Fae Mor, Azriel, Amren und Cassian, die brillant aufeinander abgestimmt sind und mich in ihren Kreis aufnahmen.

Natürlich fragt man sich, wie Mrs. Maas die Charaktere so heftig in die entgegengesetzte Schiene schieben konnte? Ganz einfach, weil sich deren Lebensumstände veränderten. Jede Situation aus der Vergangenheit beeinflusst die Gegenwart. Das wird sogar anhand von gut eingebauten Rückblenden sichtbar und ließ mich den Sog aus Leidenschaft, Wut, Sehnsucht oder die einfache Leere der Protagonisten besser verstehen.

Und genau diese Leere führt zu einem provokanten Katz- und-Mausspiel zwischen Rhysand und Feyre. Der positive Effekt: Feyre wird im Verlauf zu der Heldin, wie ich es mir vorstelle. Gegenüber der negative Effekt: Die beiden stehen so im Mittelpunkt, dass die drohende „Gefahr“ im Plot in den Hintergrund rückt und mich nicht überzeugen konnte. Meiner Empfindung nach dient die „Rettung der Welt“ lediglich dazu eine Struktur in das Gefühlschaos zu bringen statt Präsenz zu zeigen. Allerdings gibt man dem Leser damit die Möglichkeit einmal Luft zu holen.

Ferner führte mich der Atemzug endlich quer durch Prythian, was im 1. Band leider vernachlässigt wurde. Darunter einer der schönsten Orte überhaupt: Velaris, eine Stadt so strahlend wie Sternenlicht. Die Autorin hat die Umgebung bildgewaltig dargestellt. Ein Ort, in dem Liebe und Freundschaft ihren Platz gefunden haben.

Bevor ich mich endlos darin vertiefe, sage ich lieber gleich, dass es einen kleinen Cliffhanger mit herzzerreißendem Höhepunkt gibt. Ein weiterer Grund demnächst Band 3 zu beginnen.

Fazit:

Eine fließende Steigerung zum 1. Band mit mehr Tiefgang in den Charakteren und bildgewaltige Orte. Eindeutig für Leser, die aus dem Märchen heraus wachsen wollen.

Bewertung:

5 von 5 Pfoten

 

Liebe Grüße Tina & Diego

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