Montagsfrage vom 3. Juni 2019 – Wie bist du zum Lesen gekommen?

Hallo liebste Buchmenschen,

ich hoffe, ihr seid gut in die neue Woche gekommen und noch nicht dahin geschmolzen. Ich merke, wie jedes Jahr, dass ich kein Sommermensch bin und habe so meine Schwierigkeiten mich an die Hitze zu gewöhnen. Diego übrigens ebenso. Kennt ihr den Spruch „So wie die Frau, so der Wau Wau“ aus Disneys „101 Dalmatiner“? Jedenfalls könnte etwas dran sein.

Wie fast jeden Montag gibt es heute die Montagsfrage von der lieben Antonia („Lauter & Leiser“) und ich hoffe sehr, dass ich jetzt nicht zu sehr aushole.

Wie bist du zum Lesen gekommen?

Ich wünschte, ich könnte jetzt sagen, dass meine Eltern mir vorgelesen haben, dass ich ein Bücherregal neben der Wiege stehen hatte und mir das Verschlingen von Büchern im Blut liegt, aber das wäre eine Lüge. Meine Eltern lesen beide nicht und ich würde auch nicht sagen, dass ich im Lesen sonderlich gefördert wurde, sprich, es gab nicht viele Büchergeschenke in meinem Leben. Nö, nö, nochmals nö.

In der 1. Klasse hatte ich sogar riesige Probleme überhaupt Lesen zu lernen. Ich hasste den Föderunterricht und die Hausaufgaben dazu, schmiss meine Fibel durch die Gegend und war furchtbar frustriert. Irgendwann kam, wie auch immer, der Knackpunkt. Ich konnte im Akkord lesen ohne die Silben in die Länge zu ziehen. Ich verstehe das bis heute nicht. In mir wurde ein Schalter umgelegt und los ging es. Seitdem mochte ich den Deutschunterricht, der bis zum Ende meiner Schulzeit nur gute Noten versprach.

Von allein habe ich angefangen zu lesen, weil ich Bücher irgendwie mochte. Es war toll, sie in der Hand zu halten und ich kam mir größer vor als ich war. So im Nachgang ist das für mich schwer zu definieren. Wahrscheinlich war ich schon als Grundschulkind ein absoluter Coverliebhaber – Hauptsache, es zieht meinen Blick auf sich. Ich mochte Pippi Langstrumpf, Max und Moritz, Kindergruselbücher, Sachbücher für Kinder über Tiere, den Wald, Kinderlexika, ich gierte danach, trotz Fernseher im Kinderzimmer. Meine Mutter hatte es dahingehend echt einfach. Ich bekam keine viereckigen Augen.

Es gab immer Phasen, in denen ich mal mehr, mal weniger las. Von daher hätte ich mich nie wirklich als Bücherwurm bezeichnet, aber meine damaligen Freunde hielten mich für einen. Kein Wunder, die meisten nahmen davon nie ein Buch in die Hand. Ich bin froh, dass ich die Liebe zu einem guten Buch nie verloren habe, auch wenn die Variante aus Papier ein paar Jahre der digitalen Variante gewichen ist. Inzwischen halte ich wieder vermehrt das richtige, schwere, nach Papier duftende Buch in der Hand.

So viel zu meiner Geschichte, wie seid ihr denn zum Lesen gekommen?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

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9 thoughts on “Montagsfrage vom 3. Juni 2019 – Wie bist du zum Lesen gekommen?”

  1. Hallo ihr zwei 🙂

    Meine Fellnase leidet ebenfalls sehr unter der Hitze und je älter sie wird, desto schlimmer wird es. >.<

    Du sprichst da einen Punkt an, der meiner Meinung nach wirklich wichtig ist. Das Lesen gab auch mir als Kind das Gefühl, älter und klüger zu sein. Manchmal ist das noch heute so, wenn ich zum Beispiel mit einem Klassiker durch die Gegend laufe, bin ich stolz, dass die Leute, denen ich begegne, mich mit einem anspruchsvollen Buch sehen. 😀 Ich denke, das ist ein Faktor, der bei der Entwicklung eines Bücherwurms eine Rolle spielt: die Assoziation des Lesens mit positiven Gefühlen.

    Montagsfrage auf dem wortmagieblog
    Viele liebe Grüße,
    Elli

    1. Liebe Elli,

      du sagst es. Ich hoffe, dass Diego den Sommer gut hinter sich bringt, aber er wird „erst“ 8 und übertreibt es nicht bei dem Wetter 🙂
      Ja, mit einem Klassiker in der Hand ist es immer anders als mit einem aktuellen Jugend-Fantasy-Schmöker.
      Als ich letztens „Schöne neue Welt“ gelesen habe, hat mich eine ältere Dame angesprochen als ich aus der Straßenbahn stieg. „Eine gute Wahl“, meinte sie.

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Ich bin auch absolut kein Hitzemensch, wenn ein Meer in der Nähe ist, geht es noch, aber so, ne ne, da sind mir die anderen Jahreszeiten lieber.
    Das mit dem mehr mal weniger Lesen hatte ich auch zeitweise, wobei ich eigentlich immer gerne gelesen hatte, es zu lernen hat mir auch keine Mühen gemacht & ich habe es an einem Nachmittag gelernt. Meine Eltern war ich schon in der ersten Klasse zu teuer zu lesen, weil ich ein Bibi Blocksberg Buch schon nach wenigen Stunden durch hatte, aber die sind ja auch richtig dünn, also 😀
    Meine Eltern haben selbst auch nie bis kaum gelesen. Ich war diejenige, die meinen Vater wieder dazu motiviert hat, weil ich ihn dazu genötigt habe die Harry Potter Bücher zu lesen 😀 Danach war er im Lesefieber 🙂

    Danke für deinen lieben Kommentar!

    Ich hoffe, dass es dennoch einen gesellschaftlichen Wechsel im Denken gibt. Damit wäre es vielen Betroffenen einfacher sich Hilfe zu holen, weil sich einzugestehen und zu einem Psychiater zu gehen ein langer Prozess sein kann, wie ich auch bei einer Freundin gemerkt habe.

    Für Angehörige ist das ganze ebenfalls eine schwere Angelegenheit, da kann ich verstehen, dass du dich zurückziehen musstest. Es war auch der Grund, der mich schließlich dazu gebracht hat, etwas an der Situation zu ändern, weil ich gemerkt habe, wie stark es für meinen engsten Kreis belastet ist, und ich wollte sie nicht mehr weiter damit nerven & das sie sich nachher von mir abgewandt hätten, was ich auch verstanden hätte. Aber genug dazu. Ich wünsche dir noch eine schöne Woche & übersteht die Hitze gut!

    Alles Liebe

    Nadine

    1. Den Sommer schaffen wir! Wie jedes Jahr

      Wie verschieden man doch lernt, das finde ich immer wieder interessant. Ich wünschte, ich hätte meine Eltern auch zum Lesen bekommen oder zumindest einen Teil, aber das verstehen sie nicht. Sie akzeptieren, dass ich so bin, aber ihr Fall ist es nicht.

      Kein Problem. Ich bin froh, mitzubekommen, dass man einen Weg einschlagen kann und kein Geheimnis draus macht. Seit stolz auf dich.

      Liebe Grüße
      Tina

  3. Hallo Tina,
    das finde ich schon ein wenig traurig, dass deine Eltern dich nicht ans Lesen rangeführt haben. Aber okay, wenn sie selber nicht so lesen, meist handeln die Eltern ja doch nach ihren eigenen Interessen. Mein Krümel ist wohl deswegen jetzt schon mit 3 total Büchersüchtig. 😉
    Aber nun zu mir, bei mir war das tatsächlich meine Mutter, die mich das erste Mal mit in eine Bücherei genommen hat und als ich dann noch lesen gelernt hatte (ich war sehr verbissen in der 1. Klasse, weil ich nicht mehr „nur“ vorgelesen bekommen wollte), schleppte ich da stapelweise die Bücher raus. Und irgendwann fing ich dann an meine eigene kleine Bibliothek aufzubauen zu Hause. 😀
    Naja, vielleicht hat es mich deswegen auch beruflich in eine Bibliothek gezogen. Wer weiß. 🙂
    Liebe Grüße
    Diana

    1. Hey Diana,
      meine Mama hat mich im Endeffekt allein großgezogen und kann bis heute nichts mit Büchern anfangen. Sie hat trotzdem sehr viel richtig gemacht und mir auch viel Vertrauen geschenkt. Dafür bin ich dankbar
      Aber ich gucke trotzdem ein wenig neidisch auf andere mit ihrer familiären Buchgeschichte, weil das so schön ist, wenn Eltern ihren Kindern Literatur näher bringen.
      Deine Geschichte ist wirklich schön und du gibst es an Krümel weiter, hach ja.

      Liebe Grüße
      Tina

      1. Falls das falsch rüberkam, ich wollte natürlich nicht in Frage stellen, dass deine Mutter sehr viel richtig gemacht hat. Immerhin hat sie einen ganz wundervollen Menschen groß gezogen. :-*
        War nicht als Kritik gemeint.
        Liebe Grüße

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