Montagsfrage vom 29. April 2019 – Prequel oder Sequel?

Guten Abend liebste Buchmenschen,

Feierabend, der Montag ist gelaufen. Ich hoffe, ihr hattet einen guten Wochenstart und für all diejenigen, die die aktuelle Folge GoT gesehen haben: Lasst es sacken. Ich werde die Folge wohl nochmal anschauen, hoffentlich diesmal ohne Schnappatmung.

So, nun zur Montagsfrage von „Lauter & Leiser“:

Prequel oder Sequel?

Für alle diejenigen, die mit den Begrifflichkeiten wenig anfangen können: Ein Prequel bezeichnet grob eine Vorgeschichte und das Sequel quasi eine Nachgeschichte der Hauptgeschichte.

Wie stehe ich dazu? Puuh, ich verbinde so etwas automatisch mit Geldschneiderei, denn schließlich ist die Geschichte abgeschlossen, warum sollte ich jetzt noch dran „rum pfuschen“?

Natürlich gibt es genug Geschichten, die eine irrsinnig, riesige Historie mit sich bringen, mit noch mehr Protagonisten, Sprachen, Ländern und Eigenschaften. Ich brauche als Beispiel nur J.R.R. Tolkien nennen. Das Mittelerde-Universum wird nie ausgeschlachtet sein. Es fühlt sich eher an wie ein Paralleluniversum, dessen Entwicklung noch fortschreitet, dessen Historie noch nicht komplett ausgegraben wurde und daher noch mehr Geschichten darauf warten erzählt zu werden.

Doch Tolkien baute seine Welt über Jahrzehnte auf und nicht jedes Jahr ist mit einem neuen Sequel oder Prequel zu rechnen, dass sich wiederum über mehrere Bände hinzieht. Im Gegensatz zur gegenwärtigen Literatur. Cassandra Clare hat es mit ihrer Schattenjägerwelt auf die Spitze getrieben. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie verzweigt die Bücher um „City of Bones“ inzwischen sind. Aber hätte man das wirklich in so einer Masse erwartet? Ich jedenfalls nicht.

Auch Sarah J. Maas schloss die Reihe um „das Reich der sieben Höfe“ zwar ab, jedoch erschien noch ein Zusatzband und soweit ich weiß, sollen noch weitere folgen. Ich finde nicht, dass das in dieser Form hätte sein müssen. Ich fand die 3 Hauptbände super und das hat gereicht.

Für eingefleischte Fans sind Prequels und Sequels trotzdem etwas Besonderes. Das ist mir schon bewusst! Ich selbst stehe total auf das Sequel der „Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E.Pearson, das mit einer Dilogie daher kommt. Hätte es sein müssen? Nein, aber ich fand es schön erneut in die Welt zu tauchen.

Ihr seht schon, ich bin dahingehend echt zwiegespalten. Wie steht ihr zu dem Thema?

Liebe Grüße Tina (& Diego)

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11 thoughts on “Montagsfrage vom 29. April 2019 – Prequel oder Sequel?”

  1. Ich habe lange Buchreihen nie gelesen, bin da wohl auch zu ungeduldig. Wobei mir zwei Ausnahmen einfallen:
    Die Cicero-Trilogie von Harris, da lagen Jahre zwischen den Bänden.
    Manchmal ist ein Weiterführen der Geschichte auch einfach nur enttäuschend. Ich habe Der Medicus zum Beispiel geliebt. Die Fortsetzung Der Schamane war interessant und ok, aber Die Erben des Medicus fand ich sehr schlecht.
    Ich mag lieber abgeschlossene Geschichten.

    Gruß
    Sorben

    1. Hi Sorben,

      ich lese gern geschlossenes Bände, aber auch Reihen (Wenn sie auch irgendwann wirklich enden).
      Ich habe auch schon eine Riehe abgebrochen, weil es einfach nicht enden wollte und mir das sinnlos erschien weiter zu lesen, weil alles doch schon gesagt war.
      Deswegen begrüße ich es, dass Reihen aktuell nicht mehr bis in die Ewigkeit gezogen werden und die Bände auch in kürzeren Abständen erscheinen.

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Naja, im Falle von Tolkien wird es sicherlich keine weiteren Bücher mehr geben. Und wenn man bedenkt, dass dHdR nur ein kleiner Teil des Silmarillon ist, könnten da sehr viele Bücher geschrieben. Aber grundsätzlich ist es wohl so, dass wenn Nach- oder Vorgeschichten nachgeschoben werden, vor allem, wenn eine Reine erfolgreich ist bzw. war, hat es einen faden Nachgeschmack.

    1. Einen wunderschönen guten Morgen,

      bist du dir sicher? Ich habe das Gefühl, dass Tolkiens Erbe noch nicht erschöpft ist.
      Und ja, der fade Nachgeschmack, genau das meinte ich auch. Manchmal sollte man es einfach dabei belassen.

      Liebe Grüße
      Tina

      1. Naja, Christopher Tolkien (der die Bücher seines Vater herausgegeben hat) ist ja mittlerweile auch 94 Jahre alt. Und ich meine gelesen zu haben, dass „Der Fall Gondolin“ das letzte Buch war, das aus dem Universum veröffentlicht wurde.

        Viele Grüße
        Frank

  3. Hallo Tina!

    Wie du eingangs schon bemerkst, ich denke bei Prequels & Sequels sofort an Geldmacherei. Ich mag es grundsätzlich auch lieber, wenn Dinge irgendwann einfach mal aus sind.
    Ähnlich wie bei diversen Serien die sich in der 7 bis xten Staffeln einfach nur mehr wiederholen und totlaufen, finde ich es auch Prequels und Sequels Schade, dass sie meist nicht an die Qualität des Ausgangsbuches ran kommen.

    Liebe Grüße
    Sabrina

  4. Liebe Tina,
    ich stehe den Sequels und Prequels auch eher skeptisch gegenüber. Für mich ist es immer nach dem Motto “ Oh, die Geschichte hat funktioniert, dann häng doch noch was dran, womit man verdienen kannn….“.
    Man kann doch auch einmal eine Geschichte abgeschlossen lassen und ggf. lieber eine neue Geschichte kreiieren?!
    Liebe Grüße
    Isabel

    1. Liebe Isabel,

      genau dieser fade Beigeschmack ist es, der den Spaß daran verdirbt. Es ist ein zweischneidges Schwert, absolut.

      Liebe Grüße
      Tina

  5. Unabhängig von der eigentlichen Frage, musste ich mich erst einmal an deine Definitionen gewöhnen. Bei einem Prequel stimme ich dir zu, ein Sequel ist für mich jedoch eine Fortsetzung. Dein Beispiel mit Mary E. Pearson würde ich persönlich eher als Spin-off bezeichnen.

    Ansonsten bin ich eher zwiegespalten, was diese Frage betrifft. Bei komplexen Welten mit vielschichtigen Charakteren freue ich mich grundsätzlich sehr über Prequels und Fortsetzungen sowie Spin-offs, aber die Geschichte muss das eben auch hergeben. Ich bin kein Fan davon, wenn Reihen unendlich in die Länge gezogen werden, obwohl es dafür an Stoff fehlt. Bei Cassandra Clare hat mich das sogar so abgeschreckt, dass ich von den Büchern bisher vollkommen Abstand genommen habe.

    Schön finde ich aber zB, wenn bestimmte Charaktere eigene Novellen oder Kurzgeschichten bekommen. Die eignen sich natürlich nur für Fans, sind aber oftmals großartig, wenige Ausnahmen fand ich sogar fast besser als die eigentlichen Werke.

    1. Hey Stephie,

      ein Spin-Off, obwohl es ein paar Jahre nach dem letzten Band der „Chroniken der Verbliebenen“ spielt und die ehemaligen Protagonisten noch in einer Nebenrolle auftauchen?

      Ich verstehe deinen Zwiespalt voll und ganz. Gerade bei Cassandra Clare nimmt es Ausmaße an, holla die Waldfee.

      Liebe Grüße
      Tina

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