März 2024 – Erholung und Flucht in buchige Welten

Hallöchen ihr Lesenden,


sonntags auf der Couch, obwohl das Wetter fast schon sommerlich daher kommt? Ja, das kann ich. Besonders, wenn Müdigkeit und Temperaturschwenk mich mit Migräne versorgen. Glücklicherweise halb so wild, aber ich fühle mich nach einem Anfall immer total im Po. Um etwas produktiv zu sein, soll es den Blick zurück auf den März geben. Der auf jeden Fall schon jetzt einer meiner liebsten Wochen in 2024 beinhaltet.


Stille im Kopf, Leipziger Buchmesse, Rückkehr in den alten Job


Letztes Jahr beschloss ich, dass ich 2024 eine Woche allein verreisen würde. Nur für mich. Ok, mit Leo, aber ohne eine weitere Person. Ich buchte eine Ferienwohnung in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Mir war klar, dass das nicht jeder verstehen würde. Schließlich habe ich einen Partner, möchte ich nicht mit ihm den Urlaub verbringen? Oder vielleicht ein paar Tage zusammen mit Freunden abschalten? Ich bin jemand, der selten im Urlaub abschaltet, wenn andere Personen dabei sind. Ich bin so. Ich möchte, dass es allen gut geht und verzichte auf eigene Bedürfnisse. Sollte ich nur für mich etwas tun, habe ich oft ein schlechtes Gewissen anderen gegenüber. Es ist schwierig, dass Menschen zu erklären, die das nicht betrifft, die sich das nicht vorstellen können. Noch dazu habe ich mir für den Aufenthalt nichts vorgenommen, so gar nichts. Tja, was soll ich sagen? Ich werde genau so einen Urlaub wieder machen.


Ich bin das erste Mal in meinem Leben 400 km allein mit dem Auto unterwegs gewesen. Für mich persönlich ein Erfolgserlebnis, weil Autofahren nach wie vor nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist. Jetzt weiß ich, ich kann lange Strecken fahren. Das ist ok. Das zweite Erfolgserlebnis in der Woche kam unverhofft: In meinem Kopf wurde es still. Nichts als den wehenden Wind, das Brechen der Wellen am Strand, das Geschrei der Seevögel in der Ferne und den Sand unter meinen Schuhen in den Ohren. Nichts als blauer Himmel bis zum Horizont und die Bewegungen des Meeres vor Augen. Keine Gedanken, nur das bewusste Wahrnehmen des Augenblicks. Was klingt, als würde ich Zeilen aus einem Roman zitieren, war für mich ein besonderer Moment gewesen. Kein Kopfsalat, keine endlosen Gedanken an allerlei möglichen Dinge. 4 Tage an diesem ruhigen Ort am Meer hat es gedauert bis dieser Augenblick zu mir kam. Abschalten. Ruhe. Endlich ist es mir gelungen, meine Seele baumeln zu lassen. Es tat gut. Lesen, schlafen, essen, spazieren und wandern gehen, wann, wie und wo ich wollte. Ich fühlte mich nicht einsam, eher frei, und Leo trottete sowieso an meiner Seite.
Frisch erholt ging es nach Hause, erneut die 400 km. Ich freute mich auf den Lieblingsmann und auf eine zweite Urlaubswoche mit Buchmesse. Erlebnisse sollten diese Tage füllen. Allem voran schon meine Ankunft zuhause, weil wir kurzerhand beschlossen, Dune 2 im Kino zu schauen. Trotz der Filmlänge verflog die Zeit im Nu und ich muss sagen, der Film gefiel mir besser als der Vorherige. Ein schönes Ende von Woche 1 und eine gute Vorbereitung auf Woche 2 meines Urlaubs.

Die Leipziger Buchmesse stand an und vorher ging es an die Vorbereitung bzw. in ein magisches Escape ala Harry Potter. Da ich in meinem Messebericht auf alle Tage dieser Woche ausführlich eingehe, verweise ich direkt darauf, sonst explodiert dieser Monatsrückblick. Auf jeden Fall weilte ich ganz wunderbar in dieser Live-Buchblase und das so crass, dass der Sturz in die Realität, böser erschien als der Messeblues.


Der Alltag holte mich ein. Besonders der Umstand, dass ich auf Arbeit die letzte Woche meines Jobvisits antrat. Traurig, aber wahr, denn eine neue Arbeitsstelle ist nicht herausgesprungen. Trotz Bekundung, es läge nicht an mir und man möchte, dass ich zumindest anteilig weiter die Aufgaben übernehme, überflutete mich ein Gefühl des Versagens und der Frustration. Noch dazu war meine Rückkehr nicht organisiert oder abschließend besprochen.


Ich feiere meinen Lesemonat – Bester! 6 beendete Bücher


Der Urlaub weckte in mir den Ehrgeiz mehr Bücher als die durchschnittlichen 3 zu beenden. Ich schleppte bereits 4 Bücher aus dem Februar mit und packte dann noch 3 weitere auf die Leseliste für März drauf. Prahlen statt Lumpen lassen. Hats geklappt alle zu beenden? Nee, aber 6 Bücher habe ich gelesen bzw. gehört., das ist für mich wirklich schon ein großes Ding.

Beendet habe ich:


„Shadowsong“ von S. Jae-Jones – Damit ist die Erlkönig-Dilogie beendet, die zu meiner #6in12byBuchpfote – Reihenchallenge zählt, und leider konnte die Atmosphäre von Band 1 nur noch anteilig gehalten werden. Zu wenig Erlkönig, zu viel Familiäres, Zweifel und Tristesse. Die Handlung um weitere Stränge zu erweitern, statt sich um Elisabeth und den Erlkönig zu kümmern, nahm mir persönlich die Spannung.


„Trial of the Sun Quen“ von Nisha J. Tuli – Ein Spontankauf in Kühlungsborn (klar, war ich in der ein oder anderen Buchhandlung). Und woooow, was für ein Lesesog. Ich hab das Buch in 2 Tagen inhaliert. Die Story erfindet nichts neu, aber der Mix aus Selection, Panem, Acator und Fourth Wing machts irgendwie. Ich hatte so viel Spaß und warte nun gespannt auf Band 2.


„Barfuß auf dem Sommerdeich“ von Katja Just – Ich dachte mir, Urlaub am Meer, nimmste das mal mit. Ist zwar Nordsee, aber genauso schön. Nur erreichte mich diese autobiografische Episode vom Leben auf der Hallig nicht. Mir kam es zu sachlich vor, Emotionen kamen spät und nur thematisch vor. Schade.


„Die 5 Sprachen der Liebe: Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt“ von Gary Chapman – Ein Sach-Hörbuch, auf das ich durch eine Freundin bereits vor Monaten gekommen bin. Gary Chapman erzählt an sich nichts Neues. Doch bezogen auf die Liebe interessierte es mich schon sehr. Unterschiedliche Prioritäten, unterschiedliche Sprachen der Liebe? Wie kann man sich verständigen? Das Hörbuch ist ein wenig altbacken und christlich angehaucht, aber der Grundsatz inklusive Anwendungsbeispiele kamen lebhaft rüber.


„Monstermagie“ von Lisa Rosenbecker – Das Buch zog als wunderschöne Schmuckausgabe letztes Jahr bei mir ein, weil ich mal etwas von der Autorin des „Litersum“ lesen wollte. Man hört von ihr nur Gutes. „Monstermagie“ ließ mein Hundemamaherz pulsieren, einfach, weil die Prota sich sehr liebevoll um die kleinen Monster in einer Art Heim kümmerte. Doch der Erzählstil wirkte eintönig und einfach, Sachverhalte waren einfach da, obwohl es in Realität nie so ablaufen würde. Wir sprechen von Urban-Fantasy, ein wenig Realismus erwarte ich schon. Trotzdem mag ich die Cozyness und am Ende gabs doch ein Tränchen, wer hätte es gedacht. Damit zählt das Buch übrigens in meine #24Leseaufgaben – Challenge rein, da es ein Buch ist, dass mich zum „Weinen“ gebracht hat.


„Laekstone Campus of Seattle – What we fear“ von Alexandra Flint – Hörbuch Nummer 2 im März. Eine Collegegeschichte mit ungewöhnlichen Talenten, die die Prota zur Hackerin macht und ihren Love-Interest ein crasses Gedächtnis beschert. Die Autorin schreibt wundervoll. Ich schwärme gern von ihren Charakterdarstellungen, Settings und emotionalen Momenten. Nichtsdestotrotz bin ich der Handlung an sich nicht verfallen. Geschmackssache.


Auf dem Blog sind letzten Monat 4 Beiträge erschienen. Also der bekannte Schnitt. Neben einer Rezension und dem Monatsrückblick, gab es endlich einen Neuzugängebeitrag, der etliche Bücher der letzten Monate beinhaltet, und natürlich wurde die Messe nachgehalten.


4 Bücher für den April reichen


Mein Vorhaben für die neue Leseliste wirkt klein, aber da die meisten Bücher zwischen 400 und 600 Seiten haben, reicht das dicke. Im wahrsten Sinne des Wortes. Außerdem gehe ich von weniger Lesezeit aus, weil der Kalender allerhand Arbeit und private Termine beinhaltet.


Nichtsdestotrotz ziehe ich aus dem März mit:


„Tears of Light“ von Ava Blum – Letzten Monat mit in den Urlaub genommen, aber nicht angefangen. Inzwischen ist es angelesen und irgendwie habe ich wohl voll verpeilt, dass es in Deutschland spielt. Cool. Bin gespannt.


Diese Bücher machen die Leseliste vollständig:


„The Serpent an the Wings of Night“ von Carissa Broadbent – Ein Spontankauf in der zweiten Urlaubswoche und ich bin inzwischen mittendrin. Den Hype konnte ich zu Beginn nicht fühlen, doch nach 100 Seiten fängt es an mehr zu werden als das Misstrauen der Prota gegen alles und jeden.


„Pretty Scandalous – Heißer als Rache“ von Tami Fischer – Nach Vorbestellung und Lesung während der Messe freu ich mich riesig drauf. Angelesen ist es auch. Ich ziehe es aber noch ein bisschen, weil mich Social Media vor einen fiesen Cliffhanger gewarnt hat.

„Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horvath – Das Buch lese bzw. eher höre ich für die #readingclassics – Lesegruppe. Hier lasse ich mich restlos überraschen, da ich tatsächlich nur einen modernen deutschen Film mit dem Titel kenne.


Weiterhin lese ich nebenbei Harry Potter 5 als Wohlfühl-Reread, ohne ein bestimmtes Ziel zu haben, wann ich das Buch beende.

April, April, ob er weiß, was er will


Ich bin leicht genervt, dass in meinem Job organisatorisch noch nicht alles geregelt ist, so dass ich vorerst davon ausgehe, dass ich meine alten Schichten gehe. Bedeutet Früh- und Spätschicht, ebenso wie Samstagsdienst, mehr Büro- statt Home Office-Zeit. Quasi back to the Roots, adieu Selbsteinteilung. Die letzten 12 Monate sind dahingehend Luxus gewesen, das ist mir bewusst. Positiv sehe ich, wieder einem Team vor Ort zugeordnet zu sein. Meinem alten Team vor allem. Ich wurde mit offenen Armen empfangen und fühle mich wieder wie zuhause. Darüber bin ich sehr froh. Wie ich zukünftig anteilig meine Aufgaben aus dem Jobvisit nachgehen werde, klärt sich dann hoffentlich bald.


Privat stehen Geburtstagsfeiern innerhalb der Familie, ein Ausflug mit Freunden und eine Jugendweihe, die mir irgendwie entgangen ist, an. Dementsprechend werden die Wochenenden recht ereignisreich sein. Ich wünsche mir trotzdem, ein wenig Zeit zu bekommen, um den Frühling in Ruhe zu genießen und Zeit für mich zu haben.


Wie sah euer März aus? Seid ihr der Buchmesse gefolgt? Was lest ihr im April?

4 Kommentare

  1. Hallo Tina,
    wie schön, dass du so einen erholsamen Urlaub hattest und alles geklappt hat. Das macht mir wirklich Mut, dieses Jahr auch ein paar Tage allein wegzufahren (aber leider ohne Hund). 🙂
    Dass das mit dem Job nicht geklappt hat und es jetzt organisatorisch noch nicht so richtig läuft, ist aber echt ärgerlich. Ich hoffe, das regelt sich schnell.
    Von deinen gelesenen Büchern kenne ich bisher nur „Monstermagie“, was mich sehr gut unterhalten hat. Ich habe da vor einigen Jahren noch besser drüber hinweg geblickt, wenn Dinge nicht ganz logisch waren und kann mir vorstellen, dass es mir heute eher so ginge wie dir.
    Ich wünsche dir einen schönen April!

    1. Hi Jaqueline,

      ich drück dir die Daumen fürs allein in den Urlaub fahren und ohne Hunde gibt es doch noch ein paar mehr Optionen, wo man es sich gut gehen lassen kann.
      Danke für deine Worte. Ja, das mit dem Job ist blöd gelaufen. Das hat mich auch die letzten Tage öfter frustriert zurück gelassen. Mal sehen, was ich draus mache.

      Oh ja, umso mehr Lektüre man gelesen hat, umso wahrscheinlicher ist es, dass manches Buch an andere nicht herankommt und bestimmte Ansprüche erfüllt sein müssen.

      Danke, ich wünsche dir auch noch wunderbar frühlingshafte Wochen.

      Liebe Grüße
      Tina

  2. Schönen guten Morgen!

    So eine Reise alleine für sich kann definitiv sehr erholsam sein und warum auch nicht? Man beschäftigt sich mit so vielen Dingen die ganze Zeit, da ist es doch super wenn man auch wirklich mal eine Zeit für sich selbst beansprucht, das macht man viel zu selten! Schön dass es dir dann auch gutgetan hat!

    Mein März war ja von den Seiten her der schwächste seit vielen Jahren *lach* Freut mich aber dass du dafür so viel zum Lesen bekommen bist! Kennen tu ich allerdings leider keins der Bücher…

    Ich wünsch dir noch einen wunderschönen April und hoffe, du findest auch wieder viel Zeit zum lesen!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hallöchen Aleshanee,

      oh ja, du sagst das. Der Alltag hat einen so schnell im Griff und oft verliert man sich selbst im Strudel der Dinge. Ich freue mich tatsächlich schon jetzt drauf, wieder irgendwo allein abschalten zu können.

      Dann möge der April dir viele gute Lesestunden bringen.

      Liebe Grüße
      Tina

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