„Ein Junge namens Weihnacht“ von Matt Haig – Ich liebe Geschichten um die Entstehung des Mannes im rot-weißen Outfit wie diese hier

Hallo liebste Buchmenschen,

während die letzten Cookies vor Weihnachten noch im Backofen fertig werden, kümmere ich mich um den letzten Blogpost vor den Feiertagen. Normalerweise wäre heute mal wieder die Montagsfrage fällig, aber irgendwie mag ich erneut nicht über die ein oder andere Frage nachdenken. Viel lieber arbeite ich weiterhin daran, dass Weihnachten in meinem Kopf bleibt. Deswegen gibt’s eine weitere weihnachtliche Rezension.

Ein Abenteuer, das zeigt, dass das Unmögliche möglich ist

Allgemein:

Matt Haig widmet sich in seinen Büchern stark gesellschaftlichen bzw. moralischen Themen – und das nicht nur um Erwachsene anzusprechen. 2016 erschien mit „Ein Junge namens Weihnacht“ Matt Haigs erstes Weihnachtskinderbuch beim dtv – Verlag in Deutschland. Inzwischen ist es eine Buchreihe über drei, von Chris Mould zauberhaft illustrierte, Geschichten. Man munkelt sogar, dass „Ein Junge namens Weihnacht“ verfilmt wird. „Weihnacht“ ist eigentlich der Kosenamen, dem ihm seine Eltern gegeben haben. Denn eigentlich heißt der 11-jährige Junge Nikolas. Er lebt mit seinem Vater in einer einsamen kleinen Holzhütte im tiefsten Finnland und beide versuchen sich mit Müh und Not über Wasser zu halten. Als seinem Vater Joel ein unschlagbares Angebot unterbreitet bekommt, bricht dieser kurzerhand zu einer Expedition auf, um den geheimnisvollen Ort Wichtelgrund zu finden. Nikolas verbleibt derweil in der Obhut seiner furchtbar gemeinen Tante Carlotta. Doch als Joel nicht wiederkehrt, mach sich Nikolas voller Tatendrang auf, seinen verschollenen Vater zu suchen. Was er nicht ahnt, es wird die Reise seines Lebens.

Mein Bild:

Nachdem ich letztes Jahr den 3. Band „Ich und der Weihnachtsmann“ wahnsinnig gern gelesen habe, war klar, dass ich die anderen Bände ebenso lesen muss. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ich letztes Jahr nicht mit Band 1 angefangen habe. Nun ja, an sich kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen. Allerdings finde ich jetzt, dass es genug Winks innerhalb der Story gibt, die sich zum Teil erst 100% erschließen, wenn man die Bücher der Reihe nach liest. Keine Angst, dem Verständnis der Handlung tut das keinen Abbruch.

Das Format der Bücher ist so gelungen, dass es nicht nur für die Jüngeren unter uns geeignet ist, sondern jeder Erwachsene ebenso seinen Spaß haben kann. Das blaue Hardcover mit glitzernden Buchstaben lässt sich mit seinen über 200 Seiten schnell weg lesen und der Illustrator Chris Mould übertrifft sich mit seinen liebevoll kritzeligen bis hin zu in kleine Details verliebten Zeichnungen selbst. Das beginnt bereits mit den kreativ gestalteten Anfangslettern in jedem Kapitel, die übrigens mit jeder Überschrift ein wenig Vorahnung mitschwingen lassen.

Die Freude und das damit verbundene Lächeln zog bei mir von der ersten Sekunde an ein, als der Erzähler mich direkt ansprach und klar stellt, dass dies die „ganz und gar wahre Geschichte des Weihnachtsmannes ist“ und ich nur weiterlesen soll, wenn ich an das Unmögliche glaube (Seite 9 und 10). Die Perspektive des doch nicht nur personalen Erzählers, sondern jemanden, der einen das Gefühl gibt, immer ein bisschen mehr zu wissen ohne die Spannung fallen zu lassen, gefiel mir. Matt Haig beweist außerdem sehr viel Humor und Zuneigung für seine Figuren. Ok, an mancher Stelle auch ziemlich makabere Seiten, aber dazu später.

Der kleine Nikolas hätte mir leid tun sollen. Ich meine, die Umstände seines Lebens sprechen nicht für Tage voller Friede, Freude, Eierkuchen. Stattdessen war mir Nikolas eher ein Vorbild. Er suchte in den meisten Dingen etwas Positives, ist klug, gütig, genügsam und voller Hoffnung. Sein Glaube an das Gute und vor allem an Wichtel ist dabei unerschütterlich. Die Erwachsenen hingegen sind diesem Bild gefühlt entwachsen und ich glaube, das ist im normalen Leben nicht anders. Ich saß schon ab und an da und dachte, was soll daran verkehrt sein, an das ein oder andere Wunder zu glauben? Wie sagt man so schön, der Glaube versetzt manchmal Berge und wenn nicht, dann ist es schön einfach Hilfe annehmen zu können anstatt sich von seinen Ängsten leiten zu lassen. Ihr seht, Matt Haig schrieb wunderbare Botschaften in Nikolas Geschichte.

Meine Notizen beim Lesen beinhalteten unter anderen Antworten auf Fragen, die ich mir schon ein Leben lang in Bezug auf den Weihnachtsmann gestellt habe: Warum lacht er so (ho ho ho)? Warum heißen die Rentiere, wie sie heißen? Warum die rot-weiße Mütze? Und ist der Schlitten wirklich geflogen? Wie hat er das angestellt? Genau darauf bekam ich Antworten, die im Endeffekt ganz und gar logisch waren. Ziemlich übertrieben fand ich, dass Matt Haig tatsächlich Gewalt einen Raum gegeben hat. Action ist nicht schlecht, die muss allerdings nicht mit einem Charakter einher gehen, der gern Dinge explodieren lässt und es dann noch mit Blut kombiniert. Nee, das braucht diese zauberhafte Geschichte nicht. Sicherlich benötigt sie dagegen die ein oder andere traurige Situation der Verzweiflung oder des Abschieds, damit ein neuer Moment der Hoffnung entsteht. Das funktionierte um einiges besser.

Schlussendlich muss ich sagen, dass mir der 3. Band „Ich und der Weihnachtsmann“ einen Tick besser gefallen hat. Vor allem, weil ich ihn weihnachtlicher fand. Dafür bringt mir „Ein Junge namens Weihnacht“ Nikolas oder des Weihnachtsmannes Geschichte auf kreative und emotionale Weise rüber. Das Ende stimmt jedenfalls auf den 2. Band ein und den lese ich definitiv nächstes Jahr.

Fazit:

Matt Haig übertrifft sich mit seiner Liebe zu besonderen Botschaften auch zur Weihnachtszeit. Die Geschichte wie ein Junge zum Weihnachtsmann wurde ist demnach nicht nur etwas für Kinder. Allerdings sollte man über kleine Grobheiten der Nebencharaktere hinwegsehen.

4 von 5 Pfoten

Ich wünsche euch angenehme Feiertage.

Liebe Grüße Tina

2 Kommentare

  1. Hallo Tina,

    ich kenne bisher nur diesen Teil und habe ihn in diesem Jahr bereits das zweite Mal gehört.
    Gemeinsam mit eine Mann. Vor ein oder zwei Jahren hatte ich das Hörbuch schon mal gehört und die Geschichte für einfach magisch befunden.
    Wir haben uns die nächsten Teile für nächstes Jahr vorgenommen.
    Ich kann dir die Hörbücher auf jeden Fall sehr empfehlen. Rufus Beck liest es großartig.

    Liebe Grüße
    Chrissi

    1. Oh ja, ich glaube, ich habe bisher noch nicht gehört, dass jemand die Bücher nicht toll fand 🙂
      Danke für den Tipp mit den Hörbüchern. Falls ich doch mal an das Hörbuch ran komme…Ja, ich tue mich immer noch schwer damit, dann nehme ich mir das zu herzen.
      Ansonsten wird der nächste Band, ähnlich wie bei dir, einfach zur nächsten Saison gelesen.

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