Die Villa Evie aus „Die Duftapotheke“ – Bruchbude oder Schmuckstück?

Herzlich willkommen zur Leserunde „Die Duftapotheke“ von Anna Ruhe,

die 1. Woche ist vorbei und wir starten mit dem wunderbaren Setting der „Villa Evie“. Das alte Haus ist das neue Zuhause von Luzies Familie und gern stelle ich euch das Haus in einer privaten Führung vor.

Also kommt einmal mit:

Ihr befindet euch in einem abseits gelegenen Kleinstadt-Idyll. Einem Ort, in dem Gartenzäune gerade mal kniehoch sind und Vorgärten pfleglich behandelt werden.

Ihr öffnet ein gusseisernes, verschnörkeltes Gartentor und blickt auf eine efeubewachsene Villa mit teils bunten Glasfenstern. Erbaut wurde dieses viktorianische Prachtstück im 19. Jahrhundert. Allerdings seht ihr beim Näherkommen, dass die verwaschene Backsteinmauer mehr als nur bröckelt und die Farbe des Lackes an Fenster und Türen kaum noch zu erkennen ist. Dennoch steigt ihr die wenigen Stufen zur Veranda hinauf und öffnet die große Eingangstür.

Mit Betreten des Hauses wird euch klar, dass die Aussage von Luzies Ma, dass „gebrauchte Dinge Geschichten erzählen“ nur zu wahr sein kann. Ihr betretet den Flur, dessen Wände holzvertäfelt sind, genau wie die Wände anderer Räume, in die ihr hineinspäht. Euch fällt auf, dass keine Heizung existiert und bekommt schon nach kurzer Zeit eine Gänsehaut. Nur der alte Heizofen, der sicherlich eine Weile benötigt um anzulaufen, würde die nötige Wärme bringen.

Eine leicht gewundene Holztreppe führt in den 1. Stock, das Geländer ist floral verziert mit heraus geformten Blüten und Blättern. Euer Blick richtet sich auf die Decke und ihr stellt Risse an dem ehemals sehr schönen Stuck fest. Das Haus wirkt riesig, aber ihr seht auch die Arbeit und Liebe, die es benötigt.

Eure Erkundungstour im Erdgeschoss führt über die rustikale Küche mit Theke in das ehemalige Esszimmer, dass eine lange Tafel beherbergt, über die Diele gelangt ihr in den Salon. Ein Raum so groß wie drei normale Wohnzimmer, was stellt ihr nur damit an? Normale Möbel wirken darin wie Puppeninventar. Ihr bewegt auf der gegenüberliegenden Seite eine Schiebetür aus buntem Glas, es öffnet sich eine alte Bibliothek. Vom Boden bis zur Decke ist alles mit Holz verkleidet, feine Schnitzereien und deckenhohe Bücherregale an jeder Wand erfüllen den Raum. Bücher über Bücher, zwei Lesesessel, ein ungewöhnlich blumiger Globus, Kartenständer und in der Mitte eine eiserne Wendeltreppe, die in die obere Etage führt, nehmen euren Blick ein. Ihr seid fasziniert über die wahr gewordenen Zeitreise, die ihr gerade erlebt.

Im oberen Stock reiht sich ein Raum an den anderen, ihr verliert fast den Überblick, nehmt aber einen Speiseaufzug und das Bad mit der runden Badewanne auf vier kleinen Löwenfüßen wahr. Ach ja, auch für das Baden müsst ihr den Ofen anstellen. Man hat euch gewarnt, dass es bis zu einer Stunde dauern kann bevor das Wasser die gewünschte Temperatur haben wird. Im Vorbeigehen erscheinen euch alle Zimmer in alten, muffigen Omagardinen und violetter Blümchentapete. Das war vor 150 Jahren der letzte Schrei, aber heute?

Ihr wollt das Abenteuer aber weiterführen, interessiert euch für den höchsten Punkt im Haus, das kleine verglaste Türmchen. Dort oben schaut ihr weit über andere Häuser hinweg und dreht euch einmal im Kreis um alles erfassen zu können, denn so etwas kommt selten in einem Haus vor.

Nachdem ihr die Aussicht lang genug genossen habt, zieht es euch wieder in das 1. Geschoss um die nächste steile Treppe zu besteigen. Der Dachboden wirkt wie ein Blick in die Vergangenheit. Unter dem Spitzdach befinden sich auf der linken und rechten Seite je ein rundes Dachfenster und stapelweise Kisten, Schachteln oder gar ganze Schränke in verschiedensten Formen. Was sich wohl in all den verstaubten Dingen versteckt? Doch hier endet unser Rundgang, denn die Geheimnisse dieses Hauses sollen nicht allen auf einmal Preis gegeben werden.

Foto von buchpfote.de

Ich stelle euch nun die Frage:

Ist die Villa Evie eine Bruchbude oder ein Schmuckstück? Würdet ihr einziehen? Oder dort Urlaub verbringen?

Ich für meinen Teil halte die Villa für ein absolutes Schmuckstück, doch ich habe Respekt vor solch alten Gemäuern mit viel Geschichte. Es ist eine Herausforderung! Als Erwachsene denke ich nicht sofort an Abenteuer, Spiel und Spannung, eher an renovieren, restaurieren und das damit verbundene Geld, was man haben sollte um die Omagardinen zu ersetzen oder eine elektrische Heizung für den Winter zu haben. Allerdings würde ich darin ein paar Tage Urlaub verbringen oder ich vertiefe mich einfach weiter in Anna Ruhes Worte, die mir die Führung durch das Haus so bildlich vorgeben.

Ebenso wie „die Welt der Düfte“, die ihr nächsten Samstag im 2. Teil unserer Leserunde bei Sandra erleben könnt. Schaut also bei Piglet and her Books vorbei und rauscht mit uns weiter durch die Magie dieses Buches!

Viele Grüße Tina (& Diego)

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