Die Alvensteins aus „Die Duftapotheke“ – Ein besonderes Familienportrait

Einen schönen Samstag zusammen,

wir stehen nun kurz vorm Ende der atmosphärischen Geschichte rund um eine alte Villa, zauberhaften Düften und sehr familienbezogenen Charakteren.

Im dritten Leseabschnitt konntet ihr sicher feststellen wie wichtig eine intakte Familie ist. Daher habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, euch die Alvensteins einmal näher vorzustellen. Also lasst uns die Familie doch einmal besuchen:

Es ist später Nachmittag als ich die Stufen zur Veranda der Villa Evie hinaufsteige und die Klingel betätige. Ich höre kleine stürmische Schritte und kurz darauf öffnet man mir die Tür. Ich muss hinuntersehen, denn der fünfjährige Benno steht vor mir. Dem jüngsten Alvenstein kann man überhaupt nichts übelnehmen, so wie er einen anschauen kann. Es ist drollig mit anzusehen, wie Benno die Welt für sich entdeckt und welche Lebensfreude der kleine Kerl ausstrahlt. Davon können sich Andere noch etwas abschauen. Selten macht er Schwierigkeiten, nimmt Versprechen sehr ernst und mag Streit überhaupt nicht. Er ist der Grund, warum Luzie Schimpfworte nicht so schnell über die Lippen kommen. Kein Wunder, dass Benno zusammen mit seiner Schwester für jedes Abenteuer, sei es eine Schatzsuche oder ein Laborversuch, zu haben ist.

Nachdem mich Benno an die Hand genommen hat, führt er mich in die Küche. Zuerst übergebe ich Frau Alvenstein meine mitgebrachten Blumen. Sie freut sich sehr darüber und erzählt mir eine kurze Anekdote, was es damit auf sich hat, dass auf vielen alten Denkmälern Lilien zu finden sind. Luzie unterbricht das Gespräch schnell, indem sie ihre Mutter liebevoll „Flohmarktkrankenschwester“ nennt und mich zu einem Stuhl am Küchentisch führt. Frau Alvenstein ist von Beruf Restauratorin und das mit Leib und Seele. Hat ein Projekt einmal ihr Herz gewonnen, vergisst sie alles andere um sich herum. Zumindest bis die Arbeitswut einige Wochen später wieder nachlässt. Der Rest der Familie hat sich an diesen Rhythmus gewöhnt und nimmt es ihr nicht übel, wenn sie vor lauter Stuckliebe das allabendliche Abendessen vergisst oder den Alltag ihrem Mann überlässt.

Dieser lächelt seine Frau herzzerreißend an und teilt mir mit, dass jede „Zeitreise“ seiner Frau den Vorteil hat, dass er mit den Kindern seinen eigenen Schabernack treiben oder mal wieder in Ruhe seine Schallplatten hören kann. Herr Alvenstein liebt seine Familie mehr als alles andere in der Welt. Nach Feierabend zählt für ihn nichts anderes als sich um seine Lieben zu kümmern, ein offenes Ohr zu haben, mit seinem fünfjährigen Sohn Benno eine Alienschlacht zu veranstalten oder er nervt seine große Tochter Luzie mit anstrengenden Fragen. Auch er hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht: Als Musiklehrer lebt er seinen Traum und ist im Normalfall immer gut vorbereitet. Allerdings scheint er kein Blatt vor den Mund zu nehmen, denn ein Streit an seiner alten Schule hat den Umzug in die Villa Evie erst in Gang gebracht.

Foto von buchpfote.de

Ganz zum Ärger seiner dreizehnjährigen Tochter Luzie, die gerade genüsslich an dem bunten Blumenstrauß schnuppert. Der Teenager ist ein Großstadtkind durch und durch. Wir unterhalten uns eine Weile über die Vor- und Nachteile des Dorflebens. Man merkt Luzie an, dass ihr die Trennung von Berlin und ihrer besten Freundin Mona zu schaffen macht, schon allein, weil sie von Natur aus eher zurückhaltend gegenüber Anderen ist. Wir beide werden aber schnell warm miteinander und das vor Nervosität tomatenrot gefärbte Gesicht wechselt zu einem natürlichen Hautton über. Luzie kann keiner etwas in Ehrgeiz, Abenteuerlust und Cleverness vormachen. Sie besitzt außerdem ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Sie würde für ihre Familie durchs Feuer gehen ohne mit der Wimper zu zucken. Das macht sie zu einem ganz besonderen jungen Menschen, der mir jetzt eine Tasse Kaffee vor die Nase stellt und meint, der Kuchen sollte schon unterwegs sein. Bevor ich mich fragen kann, wie sie das meint, klingelt es erneut.

Mats der Nachbarsjunge schneit herein, in der Hand einen gut verpackten Bienenstich. Auch wenn er nicht zu den Alvensteins gehört, ist der Nachbarsjunge ein wesentlicher Bestandteil des Dream-Teams um Luzie und Benno. Er ist genauso alt wie Luzie und gleicht ihr im Umgang mit dem kleinen Benno, der rasend schnell bei ihm Platz nimmt und fragt, ob sie nachher noch Basketball spielen gehen. Lächelnd stimmt Mats zu. Nichtsdestotrotz besticht Mats innerhalb der Geschichte mit seiner Skepsis und Nachdenklichkeit. Schon vor Jahren hat er gelernt seine Gedanken für sich zu behalten. Wer sich allerdings sein Vertrauen verdient, wird mit Offenheit und Freundschaft belohnt. Eine Freundschaft, die ihr im Verlauf der Handlung in Aktion erlebt, und das hoffentlich bis zum Schluss.

Nun sitze ich hier, trinke Kaffee, nasche Bienenstich und beobachte die vier ehemaligen Berliner und stelle Parallelen zur Autorin Anna Ruhe fest, die selbst aus Berlin kommt und zwei Kinder groß zieht. Ich fühle mich wohl Irgendwo im Nirgendwo an der holländischen Grenze, in einem nach allem duftenden Haus mit so liebenswerten Charakteren…

Wie nehmt ihr die Familie wahr? Seid ihr auch Mitglied einer außergewöhnlichen Familie? Was macht eure Familie oder Mitglieder besonders aus?

Ich hoffe, euch hat mein Portrait gefallen. Nächsten Samstag führt euch Sandra von Piglet an her Books durch den letzten Abschnitt der Duftapotheke. Seid gespannt, was sie für euch bereit hält.

Viele Grüße Tina (& Diego)

P.S. Die letzten Abschnittes verpasst? Dann ab mit mir zur Villa Evie und mit Sandra in die Welt der Düfte.

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