„Wenn in mir die Glut entflammt“ von Abby Jimenez – Trauerbewältigung, Humor, Romance, Tierliebe, Prickeln und doch auch eine „typische“ Rockstargeschichte

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Guten Abend bookish People,

wow, was für ein Wetter: Sonne, Regen, halber Weltuntergang, wieder Sonne und jetzt Platzregen. Verrückt. Ich freue mich schon auf den Herbst. Die frühen Morgenstunden geben inzwischen schon einen kleinen Ausblick darauf. Mir schwant zwar schon, dass Leo ein seeehhhrrr begeisterter Blätterjäger wird, aber er wird schon lernen, dass der Wind schneller ist als er.

Ansonsten war es die letzten 2 Wochen ruhig auf dem Blog. Ich gebe zu, Zeit hätte ich irgendwie einschieben können. Doch die Muse hat mich nicht geknutscht. Gelesen habe ich mit Freuden und die möglichen Rezensionen, die ich schreiben könnte, stapeln sich langsam. Der kleine Teufel auf der rechten Schulter bittet mich darum, wenigstens heute tätig zu sein. Der Engel hingegen meint, ich solle mich nicht hetzen. Ich nehme mir beides zu Herzen, denn auf diese Rezension habe ich richtig Lust.

Mich catchte die Story und ihre Charaktere von Beginn an, doch der dramatische Teil war mir zu viel des Guten

Allgemein:

Mit Vierbeinern hat es die amerikanische Konditorin und Autorin Abby Jimenez, was sie mit ihrer „Burning Secrets“ – Reihe auch dieses Jahr mit dem 2. Band „Wenn in mir die Glut entflammt“ zeigt. Nach „Wenn aus Funken Flammen werden“ veröffentlichte dtv auch dieses Schätzchen und öffnet damit die Seiten zu Sloans Geschichte. Vor zwei Jahren verlor sie den Mann ihres Lebens, ihren Verlobten und Seelengefährten bei einem Unfall. Seitdem ist die früher einmal kreative und lebensfrohe Sloan im Kampf mit sich selbst. Bis ihr plötzlich wie aus der Luft gegriffen ein Vierbeiner ins Auto springt. Tucker verändert alles und gibt Sloan den Lebensmut zurück. Doch der entflohene Wirbelwind gehört Jason, mit dem Sloan versucht Kontakt aufzunehmen. Was sich eingangs als schwierig erweist, da Jason ein tourender Musiker ist. Über die Zeit der Kommunikation mit Abstand fängt es zwischen den Beiden an zu knistern. Doch Jason ist nicht irgendein Musiker, sondern ein aufgehender Stern am Bühnenhimmel.

Mein Bild:

Ich habe wirklich, wirklich auf dieses Buch gewartet, weil ich bereits im 1. Band die beste Freundin der Protagonistin Kristen super sympathisch fand. Im Gegensatz zur direkten Art von Kristen schien Sloan fast engelsgleich und verdiente ihr Schicksal absolut nicht. Ja, ihr lest richtig. Hier gibts das typische NA-Schema, dass Mitglieder der „Clique“ in den Folgebänden zu den Protagonisten werden. Ich empfehle auch, dass ihr fein der Reihe nach lest, weil „Wenn in mir die Glut entflammt“ den 1. Band schon in einiger Hinsicht spoilert, einfach weil er „danach“ spielt. Mir persönlich gefiel das sehr zu sehen, wie es Kristen nach „Wenn aus Funken Flammen werden“ erging. Ich freute mich riesig für sie und fand es cool, dass die Autorin ihre Entwicklung hinein gewoben hat. Es ist und bleibt immer noch Kristen, aber eine Kristen, die neue Erfahrungen gesammelt hat. Ihre Nebenrolle als beste Freundin von Sloan begleitete mich bis zum Schluss. Und ich feiere diese Freundschaft enorm, weil sie nicht nur die Höhen zeigt, sondern ebenso die Tiefen einer Freundschaft, wenn sich ein Part abkapselt, dicht macht, es seinen Freunden nicht leicht macht. Das gehört dazu und fügt sich gut in die Handlung.

Franka Reinhart übersetzte das freche und humorvolle Mundwerk der Autorin erneut gekonnt, so dass die Frische, der Humor, das seufzende Gefühl einer Szene voller Zweisamkeit und das Nicken meines Hundehalterinnen-Ichs mich permanent begleitete. Dazu kam der Kapitelaufbau. Die abwechselnden Ich-Perspektiven von Jason und Sloan bilden nichts Neues in diesem Genre, aber die Songtitel, die jedem Kapitel eine zusätzliche Untermalung bieten, machen etwas her. Die komplette Palylist findet man online oder bei einem bekannten Streaminganbieter. lediglich die letzten Songs habe ich nicht gefunden. Schadeeee, so schade, denn es sind Jaxon Waters Titel, also vom männlichen Charakter Jason höchstpersönlich. Das wäre genial gewesen, wenn diese Lieder wirklich existierten. Doch manchmal bekommt man nicht jeden Marketing-Gag zum Buch, den man sich wünscht.

Zur Handlung selbst machte ich mir unendlich viele Notizen. Das pdf ist riesig. Der Beginn zeigte ein Bild von Sloan, das ich erwartet habe. Sie weiß, dass sie nicht mehr sie selbst ist, nur fällt es ihr sehr schwer zurückzufinden. Erst mit der Zufallsbegegnung des entlaufenen Tuckers taut sie auf. Die Autorin zeigt damit auf ein wahres Bild. Tiere helfen dir über die schlimmste Zeit hinweg und sie beschreibt wunderbar, wie Sloan auf einmal wieder lächeln kann, wie ungewohnt das ist und Dank Tucker erlaubt sie es sich. Der Vierbeiner spielt immer wieder im Alltag innerhalb der Handlung eine Rolle und wird nicht nur als Einstiegshilfe genutzt.

So richtig lerne ich Sloan erst kennen als Jasons neugierige Nachrichten sie förmlich wecken. Es war ein heiden Spaß, ihre Chatverläufe zu lesen, ihre Gedankengänge, Zweifel und wartenden Blicke zu verfolgen während sie auf eingehende Nachrichten hofften. Ihre Gespräche verliefen schlagfertig, aber immer in einem empathischen Ton. Ich lernte Jason als jungen Künstler, Naturburschen, kompromissbereiten, aber auch hart arbeitenden und unter Druck stehenden Star kennen. Das Witzige ist, beide verbindet ihre Kreativität, nur auf unterschiedliche Weise, die ich nicht spoilern möchte. Diese Verbindung zieht sich durch ihre Berufe, ihr Privatleben und ihre Vergangenheit. Mich störte an ihrer Beziehung später nur der Fakt, dass sich beide ziemlich klettenhaft verhielten. So ein bisschen wie Teenager. In Ihrem Alter (Mitte/Ende 20) und mit ihrer bisherigen Erfahrung fehlte mir der Sinn darin.

Ich lernte natürlich neue Charaktere kennen: Eine Familie, die ich nur lieben konnte und zu der ich gern ziehen würde. Einen Manager, der mit offenen Karten spielt Eine Assistentin, die zur Freundin wird und ein Starlet, deren Erfolg ernstzunehmende Folgen mit sich bringt. Abby Jimenez versuchte einige persönliche Probleme einzuarbeiten. Ich empfand gerade Sloans Trauma und ihre Trauer sehr authentisch. Kein Wunder, denn eine Freundin der Autorin erlebte Ähnliches, wie ich im Nachwort nachlesen konnte. Dagegen fielen die Klischees der Musikbranche eher negativ ins Gewicht. Ja, natürlich stehen Musiker*innen unter Druck abzuliefern, werden ausgenutzt und gehen zum Teil daran zugrunde. Doch hätte die Geschichte diesen Aspekt gebraucht? Ich sage nein. Sloans und Jasons Beziehung mit seiner und auch ihrer Karriere in Einklang zu bringen, ohne das viele Bomburium, hätte völlig gereicht. Auch um Jasons Part „mehr Inhalt“ zu geben. Er ist natürlich ein super Gesamtpaket als Mann und Person. Ein Typ zum Dahinschmelzen. Dieser Stereotyp wurde gemildert durch kleine Feinheiten, zum Beispiel, dass er sich für den ein oder anderen Spaß nicht zu schade ist. Das passte für mich, das wollte ich auch, um ehrlich zu sein.

Der Höhepunkt und Schluss erfüllte in jeglicher Hinsicht meine Vorhersehung – so soll es sein. Erwartet also nichts Umwerfendes. Nur zwei, drei kleine Give Aways waren überraschend.

Fazit:

Ich liebe Tucker, ich mag Sloan und Jason als Paar. Auch Band 2 dieser Reihe enthält eine Story fürs Herz, für die Lachmuskeln, ein NA-Roman, wie ich ihn mir wünsche. Lediglich der Rockstar-Part hätte ein paar Prozent weniger Klischee gut verkraftet.

4 von 5 Pfoten

Rockstar, Tier oder besonderes Setting, welche Facetten an NA mögt ihr gern?

Liebe Grüße Tina (& Leo)

*Das Buch wurde mir kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.

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